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18.08.2012

15:29 Uhr

Währungsunion in der Krise

Juncker schließt Euro-Austritt Griechenlands aus

Muss Griechenland den Euro verlassen? Das werde nicht passieren, bekräftigt Jean-Claude Juncker, Chef der Euro-Gruppe. Und was, wenn doch? Laut BDI wäre dies für die deutsche Wirtschaft kein Problem.

Euro-Gruppen-Chef Juncker: Griechenlands Austritt technisch gestaltbar, politisch jedoch nicht. dpa

Euro-Gruppen-Chef Juncker: Griechenlands Austritt technisch gestaltbar, politisch jedoch nicht.

Athen/Berlin/WienEurogruppenchef Jean-Claude Juncker sieht nach eigenen Worten keinerlei Grund für Gedankenspiele über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Eine Vorbereitung einiger Banken und Versicherungen auf ein solches Szenario sei nicht notwendig, sagte Juncker der „Tiroler Tageszeitung“ in einem am Samstag veröffentlichten Interview. „Es wird nicht passieren. Es sei denn, Griechenland verletzt alle Auflagen und hielte sich an keine Vereinbarung.“

Erst im Falle einer totalen Verweigerung bei Haushaltskonsolidierung und Reformen würde man sich mit dieser Frage beschäftigen müssen, fügte der luxemburgische Regierungschef hinzu. „Weil ich davon ausgehe, dass Griechenland versuchen wird, seine Anstrengungen zu verdoppeln und die gesteckten Ziele zu erreichen, gibt es keinen Grund, davon auszugehen, dass dieses Ausstiegsszenario relevant werden kann.“

Juncker bekräftigte allerdings, ein Austritt Griechenlands aus dem Währungsraum wäre aus seiner Sicht gestaltbar. „Gemeint ist, dass er technisch gestaltbar ist, er ist aber politisch nicht gestaltbar, und er ist auch mit unabsehbaren Risiken behaftet“.

Hintergrund der Äußerungen ist eine Debatte über den Zerfall der Eurozone. So liegt in der finnischen Regierung bereits ein „Handlungsplan für jede Eventualität“ in der Schublade. Österreichs Vizekanzler Michael Spindelegger drang gar auf eine Handhabe zum Rauswurf von Mitgliedern des Währungsgebietes.

Juncker sagte nun, die Fragen zu Griechenland verlangten eine „ruhige Hand“. Sich jetzt damit zu beschäftigen, ob ein Land aus der Eurozone ausgeschlossen werden könnte, sei nicht zweckdienlich. Juncker warf Spindelegger eine „martialische Rhetorik“ vor. Diese sei nicht notwendig, wenn man sich mit einem schwächelnden Land wie Griechenland beschäftige.

Juncker schloss nicht aus, dass die Griechen mehr Zeit für die Umsetzung ihrer Reformen erhalten könnten. „Die Frage nach einer Verlängerung der Anpassungsperiode kann man aus heutiger Sicht nicht endgültig beantworten“, sagte er. Dies hänge vom Abschlussbericht der Gläubigertroika und der Reaktion des Internationalen Währungsfonds darauf ab. „Aus heutiger Sicht sehe ich diese Verlängerung nicht als zwingend geboten.“

Kommentare (68)

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Moika

18.08.2012, 13:30 Uhr

Dann soll Herr Juncker doch bitte zusehen, woher die Griechen die immer mehr benötigten Finanzmittel für das Land herbekommen.

Die Verlogenheit griechischer Politiker in Sachen Reformen wird nicht nur immer dreister, wir machen uns zu Deppen dieser Kleptokraten. Einmal ist Schluß, auch wenn Herr J. das anders sieht.

Jochen

18.08.2012, 13:35 Uhr

Der Herr Juncker soll doch bitte endlich mal den Mund halten, es ist unglaublich, was für einen gequirlten Mist der Typ von sich gibt. Einfach unerträglich!

Ein_Sparsamer

18.08.2012, 13:36 Uhr

"Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker schließt einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone aus."
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"Wenn es ernst wird, muß man lügen."
Kann dieser unerträgliche, eingestandene Lügner nicht einfach mal seinen Mund halten?
Griechenland sollte man wegen seiner fortgesetzten Betrügereien, Mauscheleien und Abzockereien stante pede aus der Eurozone werfen, besser gestern als morgen... Das hineingebutterte Geld ist doch ohnehin verloren. Warum immer und immer wieder gutes, deutsches Steuergeld hinterherwerfen???
Als die in die Eurozone kamen, war mein erster Gedanke: Das wird teuer! Ich wünschte, ich hätte mich geirrt, aber leider hatte ich zu 100% recht. Danke, Rot/Grün... :(

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