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10.09.2016

01:43 Uhr

Waffen schweigen ab Sonntag

USA und Russland vereinbaren Waffenruhe in Syrien

Eine Waffenruhe in Syrien. Ein Silberstreif für das geschundene Land und seine Menschen. Am Ende könnte eine Sensation stehen: eine russisch-amerikanische Militärkooperation.

Syrien

Viele Opfer vor Waffenruhe

Syrien: Viele Opfer vor Waffenruhe

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GenfDurchbruch bei den Syrien-Gesprächen: Die USA und Russland haben sich am Freitag auf einen Plan für eine Waffenruhe in Syrien verständigt und wollen künftig militärisch kooperieren. Die Waffenruhe solle in der Nacht von Sonntag auf Montag in Kraft treten, sagte US-Außenminister John Kerry in Genf an der Seite seines russischen Kollegen Sergej Lawrow nach langwierigen Verhandlungen. Am Montag feiern die Muslime das islamische Opferfest Aid al-Adha, das höchste islamische Fest.

„Heute kündigen die Vereinigten Staaten und Russland einen Plan an, von dem wir hoffen, dass er die Gewalt verringern, das Leiden lindern und eine Bewegung hin zu einem verhandelten Frieden und einem politischen Übergang in Syrien in Gang setzen wird“, sagte Kerry. Die USA seien der Ansicht, dass Russland den Einfluss habe, die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad dazu zu bringen, „den Konflikt zu beenden, an den Verhandlungstisch zu kommen und Frieden zu schließen“. Es war das zweite Syrien-Gespräch zwischen den beiden Chefdiplomaten binnen weniger Tage.

Sollten die Waffen eine Woche lang schweigen, würden die USA mit dem russischen Militär kooperieren, kündigte Kerry weiter an. Lawrow sagte, die USA und Russland würden ihre Luftangriffe gegen die „Terroristen“ künftig „koordinieren“, wenn die Waffenruhe halte. „Wir haben uns auf Zonen verständigt, wo solche Schläge abgestimmt werden“, sagte der russische Außenminister. Kerry zeigte sich zuversichtlich, dass die Waffenruhe zu Gesprächen führen könne, die den „Konflikt beenden“.

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Das Leid der Zivilisten in Syrien nimmt kein Ende: Immer wieder werden Menschen wegen Gefechten in ihren Wohngebieten obdachlos. Die Zahl der Notunterkünfte in der Umgebung reicht nicht aus.

Kerry und Lawrow hatten ihre Beratungen über einen Ausweg aus dem syrischen Bürgerkrieg am Freitag fortgesetzt, nachdem Beratungen am Rande des G20-Gipfels in China am Montag ohne greifbares Ergebnis geblieben waren. Bei den Verhandlungen ging es um neben der Waffenruhe, um humanitäre Hilfe für die syrische Bevölkerung sowie die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen.

Russland ist ein enger Verbündeter des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, die USA unterstützen hingegen verschiedene bewaffnete Gruppen von Assad-Gegnern.

Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura hatte vor dem Treffen zwischen Kerry und Lawrow die Hoffnung geäußert, eine Einigung könnte ein wichtiger Schritt hin zur Beendigung des Bürgerkriegs sein. „Dies würde den Zugang für humanitäre Hilfe entscheidend voranbringen und hätte positive Auswirkungen auf die Wiederaufnahme des politischen Prozesses.“

Seit dem Beginn des Bürgerkrieg vor mehr als fünf Jahren wurden in Syrien mehr als 290.000 Menschen getötet. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht.

Von

afp

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