Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.03.2013

23:16 Uhr

Waffenembargo

Großbritannien denkt über Alleingang in Syrien nach

Die Europäische Union hält nichts davon, Rebellen in Syrien mit Waffen zu versorgen. Von dieser Linie würde der britische Premier Cameron unter Umständen mit einem Alleingang abweichen.

Syrische Rebellen am 11. März in Aleppo. Großbritannien erwägt Waffenlieferungen. dpa

Syrische Rebellen am 11. März in Aleppo. Großbritannien erwägt Waffenlieferungen.

LondonGroßbritannien erwägt in Abweichung von der EU-Linie, Waffen an die Rebellen in Syrien zu liefern. Notfalls werde London diesen Schritt auch ohne die europäischen Partner gehen, sagte Premierminister David Cameron am Dienstag vor einem Parlamentsausschuss.

Der britische Premierminister David Cameron schließt Waffenlieferungen an syrische Rebellen nicht aus. Reuters

Der britische Premierminister David Cameron schließt Waffenlieferungen an syrische Rebellen nicht aus.

"Ich hoffe, wir können unsere europäischen Partner überzeugen", falls Waffenlieferungen notwendig würden. "Wenn wir das nicht schaffen, ist es nicht undenkbar, dass wir die Dinge auf unsere Art machen müssen", sagte Cameron. "Wir sind immer noch ein unabhängiges Land, wir können eine unabhängige Außenpolitik haben", sagte der Premierminister vor den Abgeordneten.

Ein Alleingang sei etwa denkbar, wenn Großbritannien den Eindruck habe, dass das Land handeln müsse, "um den Wandel in Syrien zu unterstützen, um dieses abstoßende Blutbad zu beenden, und dass die europäischen Partner aber zurückhaltend sind". Er hoffe gleichwohl, nicht von der gemeinsamen europäischen Haltung gegenüber Syrien abweichen zu müssen, sagte Cameron.

Die EU-Staaten haben sich bislang gegen Rüstungslieferungen an die Rebellen in Syrien ausgesprochen. Im Februar hatten sie aber eine Änderung des Waffenembargos gegen Syrien beschlossen, um die Gegner von Präsident Baschar al-Assad zu unterstützen.

In dem Rechtstext heißt es nun, dass "nicht tödliche" Ausrüstungsgegenstände verkauft und geliefert werden dürfen, wenn sie dem Schutz der Zivilbevölkerung dienen. Auch die "technische Unterstützung" der oppositionellen Nationalen Syrischen Koalition in diesem Sinn wird erlaubt.

Syrien-Konflikt: Peres fordert Einmarsch arabischer Truppen

Syrien-Konflikt

Peres fordert Einmarsch arabischer Truppen

Vor dem EU-Parlament warnte Peres vor der Gefahr durch chemische Waffen.

Im mittlerweile zwei Jahre andauernden Konflikt in Syrien sind bislang nach Schätzung der Vereinten Nationen über 70.000 Menschen getötet worden. Sowohl die UN als auch Hilfsorganisationen melden zudem enorme Flüchtlingsströme.

Kämpfe in Syrien: UN warnen vor Verdreifachung des Flüchtlingsstroms

Kämpfe in Syrien

UN warnen vor Verdreifachung des Flüchtlingsstroms

Eine Million Syrer sind ins Ausland geflohen - diese Zahl könnte sich bis Ende des Jahres verdreifachen. Die UN bitten um Unterstützung. Indes gehen die Kämpfe in ungebrochener Heftigkeit weiter.

Von

afp

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.03.2013, 23:25 Uhr

Ja, liebe Englaender, handelt, wenn ihr das fuer richtig haltet.

Auf das taube Gesindel in Bruessel koennt ihr nicht bauen.

Rechner

13.03.2013, 00:07 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

tokchii

13.03.2013, 04:03 Uhr

Das ist dann wohl die Retourkutsche für das deutsche Veto gegen die Aufnahme von Rumänien und Bulgarien in den Schengen-Raum...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×