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04.05.2013

10:45 Uhr

Waffenkonvoi bombardiert

Israel bestätigt Angriff auf Ziele in Syrien

Die israelische Luftwaffe hat einen Waffentransport in Syrien attackiert. Unterdessen gehen die Kämpfe weiter, immer mehr Menschen verlassen das Land. Rebellen berichten von einem erneuten Massaker der Regierungstruppen.

Ein Jet der israelischen Luftwaffe dpa

Ein Jet der israelischen Luftwaffe

Washington/San José/BeirutVertreter Israels haben am Samstag einen Luftangriff auf Syrien bestätigt. Ziel sei ein Transport hochmoderner Raketen gewesen, hieß es.

Zuvor hatten bereits US-Regierungskreise von einem Angriff der israelischen Luftwaffe auf ein Ziel in Syrien in der Nacht zum Freitag gesprochen. Die Attacke habe sich offenbar gegen ein Waffenlager gerichtet, hatte es am Freitagabend in Washington geheißen.

Israel hat auch früher schon Waffenlager angegriffen, wenn vermutet wurde, dass die Militärgüter für die Hisbollah-Miliz im Libanon bestimmt waren. Diese Woche hatte Hisbollah-Führer Scheich Hassan Nasrallah seinen Verbündeten in der syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad versichert, notfalls an deren Seite in den Bürgerkrieg zu ziehen.

Zwei Jahre blutiger Kampf um die Macht

15. März 2011:

Erste Protestdemonstration in der syrischen Hauptstadt Damaskus gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad.

18. März:

Tausende demonstrieren gegen Assad, es gibt Tote. Am 22. April gehen 100 000 auf die Straße, mindestens 112 sterben.

23. Juni:

Nach Einschlägen syrischer Granaten auf türkischem Gebiet schießt Syrien nahe der Stadt Latakia einen türkischen Militärjet ab. Ankara stationiert daraufhin Raketenabwehrsysteme an der Grenze.

31. Juli:

Das Regime erobert die Widerstandshochburg Hama. Laut Opposition sterben mindestens 100 Menschen.

3. August:

Der UN-Sicherheitsrat einigt sich auf eine „Präsidentielle Erklärung“ zur Verurteilung des Regimes in Damaskus. Eine gewichtigere Resolution scheitert am Veto Russlands und Chinas. Beide Länder blockieren in den folgenden Monaten zwei weitere Resolutionen.

2. Oktober:

Die syrische Opposition bildet einen Nationalrat.

22. Dezember:

Erste Beobachter der Arabischen Liga treffen in Syrien ein. Vier Wochen später wird ihr Einsatz wegen der Gewalt beendet.

23. Dezember:

In Damaskus sterben bei den ersten Selbstmordanschlägen im Bürgerkrieg mindestens 44 Menschen, mehr als 160 werden verletzt.

4. Februar 2012:

Aus der Protesthochburg Homs wird das schlimmste Blutbad seit Beginn der Proteste gemeldet. Hunderte Menschen sterben.

13. Februar:

Das Regime weist den Vorschlag der Arabischen Liga zurück, UN-Friedenstruppen nach Syrien zu schicken. Kurz darauf nennt Assad den 26. Februar als Termin für ein Verfassungsreferendum. Die Verfassung tritt am 28. Februar in Kraft.

25. Februar:

In Tunis gründen mehr als 60 Staaten die „Freundesgruppe“ für ein demokratisches Syrien.

27. März: Syrien akzeptiert den Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan, der eine von den UN beobachtete Waffenruhe vorsieht.

25. Mai:

Bei einem Massaker im Ort Al-Hula kommen mehr als 100 Zivilisten ums Leben.

13. Juli:

Nach Angaben der Opposition sollen bei einem Massaker nahe Hama bis zu 250 Menschen von Regierungstruppen getötet worden sein.

18. Juli:

Bei einem Bombenanschlag der Rebellen auf den nationalen Krisenstab kommen mehrere Mitglieder der syrischen Führung ums Leben - darunter der Verteidigungsminister und Assads Schwager.

2. August:

UN-Vermittler Annan gibt auf. Es werden neue Massaker an syrischen Zivilisten gemeldet.

16. August:

Wegen der ausufernden Gewalt wird die UN-Beobachtermission beendet.

24. Oktober:

Der algerische Diplomat Lakhdar Brahimi als neuer UN-Vermittler erklärt, beide Seiten seien zu einer Feuerpause bereit. Die auf vier Tage angelegte Waffenruhe hält keine drei Stunden.

11. November:

Regimegegner bilden die „Nationale Koalition“ und wählen den Prediger Ahmed Muas Al-Chatib zum Vorsitzenden. Zuvor gab der Syrische Nationalrat Ansprüche auf eine Vormachtstellung auf.

6. Januar 2013:

Assad will mit einer nationalen Mobilmachung seinen Sturz verhindern. Er verspricht in seiner ersten öffentlichen Rede seit sieben Monaten Reformen, eine neue Verfassung und Regierung. Eine politische Lösung mit bewaffneten Rebellen schließt er aus.

28. Januar:

Die Nato schützt die Türkei mit „Patriot“- Raketenabwehrstaffeln vor Angriffen aus Syrien. Zur Durchsetzung einer Flugverbotszone über Syrien dürfen sie nicht eingesetzt werden.

21. Februar:

In Damaskus kommen bei einem Bombenanschlag nahe der Zentrale von Assads Baath-Partei mindestens 53 Menschen ums Leben. Das Hauptquartier des Militärs wird mit Granaten beschossen.

28. Februar:

Die Staaten der „Freundesgruppe“ wollen Syriens Opposition politisch und finanziell helfen, aber keine Waffen liefern.

3. März:

Assad lehnt einen Gang ins Exil weiterhin ab. Im Interview mit der britischen Zeitung „Sunday Times“ zeigt er Bereitschaft zu Gesprächen mit der Opposition. Voraussetzung sei aber, dass Militante ihre Waffen niederlegten.

5. März:

Syrische Rebellen melden die Einnahme der Stadt Al-Rakka. Für die von den Rebellen kontrollierten Gebiete in der Provinz Aleppo lassen Oppositionsparteien erstmals lokale Vertretungen wählen.

9. März:

Nach drei Tagen in der Hand syrischer Rebellen sind 21 Blauhelm-Soldaten wieder auf freiem Fuß.

Israel und die USA sind seit längerem wegen eines möglichen Chemiewaffeneinsatzes in Syrien besorgt und wollen sich für einen solchen Fall alle Optionen offenhalten. Die Regierung in Jerusalem sorgt sich insbesondere darum, dass chemische Kampfstoffe in die Hände der israel-feindlichen Hisbollah fallen könnten, die aufseiten des Regimes nach Angaben der Opposition verstärkt in den syrischen Bürgerkrieg eingreift.

Die USA erwägen mittlerweile auch Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen. Den Einsatz von US-Bodentruppen lehnt Obama aber ab. „Ich sehe derzeit kein Szenario, in dem Stiefel auf syrischem Boden, amerikanische Stiefel auf syrischem Boden, nicht nur gut für Amerika, sondern auch gut für Syrien wären“, sagte er am Freitag (Ortszeit) bei einem Besuch in Costa Rica.

Sollte sich herausstellen, dass die syrischen Streitkräfte systematisch Chemiewaffen einsetzen, würde dies jedoch alles ändern. Es müssten nun weitere Hinweise gesammelt und den Vereinten Nationen vorgelegt werden, sagte Obama.

Die libanesische Armee berichtete am Freitag von Luftraumverletzungen durch israelische Jets. Kampfflugzeuge seien stundenlang über libanesischem Territorium gekreist, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA unter Berufung auf eine Mitteilung des Militärs. Im Südlibanon hätten die israelischen Flugzeug dabei auch mehrere Scheinangriffe in niedriger Höhe geflogen.

Kommentare (25)

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Karl

04.05.2013, 11:10 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

mon_yburns@central.banktunnel.eu

04.05.2013, 11:30 Uhr

Und die CIA soll Gefangene verschleppt haben mit "Con-Air", hab ich in den Nachrichten gesehen, oder war es doch der Spielfilm?

Account gelöscht!

04.05.2013, 11:40 Uhr

Die Lieferung habe vermutlich im Zusammenhang mit chemischen Waffen gestanden.
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Chemische Kampfstoffe sind Massenvernichtungswaffen .
Diese Waffen in den Händen der Hisbollah /Hamas haben nur ein ziel , Israel anzugreifen .
Das ist die rote Linie die überschritten wurde und hier besteht Handlungsbedarf , diese Aktionen waren überfällig und kamen völlig zu recht .

Recht und weiter so Israel !!!!

Sind diese Kampfstoffe erst mal in den Händen Islamischer Terroristen werden sie auch gegen Israel eingesetzt (wir sahen es in der letzten Gaza Kriese , da wurde auch mit allem gefeuert was da war )
Stellen sie sich in dieser dicht besiedelten Region mal Massenvernichtungswaffen vor !
Einzig und allein Israel kann das verhindern , das sollten sie aber dann schon in der Entstehung dieses Konfliktes machen .
Hier allerdings darf man Israel Kritisieren , sie zögern viel zu lange !!!

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