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31.05.2013

02:18 Uhr

Waffenlieferungen

Eskalation in Syrien gefährdet Friedenskonferenz

Syriens Präsident Assad sieht sich kurz vor einem Sieg über die Rebellen. Unterstützt wird er von der Hisbollah und hochmodernen Waffen aus Russland. Die neuen Entwicklungen gefährden die Syrien-Konferenz.

Syriens Präsident Bashar al-Assad in einem Interview auf dem Hisbollah_Sender Al-Manar TV. ap

Syriens Präsident Bashar al-Assad in einem Interview auf dem Hisbollah_Sender Al-Manar TV.

Istanbul/WashingtonIm syrischen Bürgerkrieg setzen die Konfliktparteien trotz internationaler Friedensbemühungen zunehmend auf einen militärischen Sieg. Präsident Baschar al-Assad erklärte am Donnerstag, dass erste Teile des russischen Flugabwehrsystems S-300 in Syrien eingetroffen seien.

Der syrische Machthaber glaubt, dass seine Truppen im Kampf gegen die Rebellen bereits das Schlimmste überstanden haben. Dazu haben nach seinen Worten Waffenlieferungen aus Russland und die libanesische Hisbollah-Miliz beigetragen. Die wichtigste Oppositionsplattform sagte angesichts der Eskalation ihre Teilnahme an den im Juni in Genf geplanten Friedensgesprächen ab.

In einem Interview mit dem Hisbollah-Sener Al-Manar sagte Assad: „Wir sind zuversichtlich und sicher, dass wir siegen werden, und ich kann bekräftigen, dass Syrien bleiben wird, wie es war.“

Assad sprach von einem „Weltkrieg gegen Syrien und den Widerstand“ - ein Verweis auf die libanesische Schiiten-Miliz Hisbollah, die aufseiten der Regierungstruppen im syrischen Bürgerkrieg im Einsatz ist. Syrien würde nach dem Sieg sogar noch eine wichtigere Rolle in der Region einnehmen und Widerstandskämpfer in der gesamten arabischen Welt unterstützen, sagte Assad.

Die russische Armee hatte die Leistungsfähigkeit ihrer Flugabwehrraketen S-300 in den vergangenen Tagen bei einer Übung medienwirksam demonstriert. „Das militärische Kräfteverhältnis hat sich jetzt komplett zugunsten der Armee verschoben“, betonte Assad.

Aus Israel, das noch Anfang der Woche mit einer angemessenen Antwort auf die russischen Lieferungen gedroht hatte, kam zunächst keine Reaktion. Israel hatte zuvor betont, es werde der Lieferung der Flugabwehrraketen an Syrien nicht tatenlos zusehen. Die Behauptungen Assads über die bereits erfolgte erste Teillieferung wollte Mark Regev, Sprecher von Regierungschef Benjamin Netanjahu, zunächst ebenso wenig kommentieren wie den Rest der Rede.

Kommentare (11)

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30.05.2013, 23:06 Uhr

Das ist hier ein Krieg zwischen Sunniten und Schiiten, ebenso wie bereits seit langem im Irak. Dieser Krieg wird auch nach Libanon getragen werden und wahrscheinlich noch in die Türkei.

Ich frage mich, warum hier im Handelsblatt ständig Herr Westerwelle in diesem Themen-Zusammenhang erwähnt und zitiert wird - der spielt doch überhaupt keine Rolle.

Informationskrieg

31.05.2013, 00:17 Uhr

Der gewollte Regimewechsel in Syrien könnte in einen grösseren Krieg ausarten!

Alle Parteien schütten immer mehr Benzin ins Feuer und die Lage ist sehr ernst. Angefangen mit der Entscheidung der EU-Aussenminister, das Waffenembargo gegen Syrien aufzuheben.

Der kriegshetzerische britische Aussenminister William Hague sagte, die Briten werden ab jetzt die Terroristen mit Waffen ausstatten. Aus Frankreich klingt es ähnlich.

Die Nachricht hat grossen Unmut in Moskau ausgelöst. Der russische Aussenminister, Sergei Lavrov, sagte, die USA und die EU-Staaten wenden zweierlei Mass an und wären Heuchler. Einerseits regen sie sich über den Terror in den eigenen Ländern auf, wie in Boston und jetzt in London, aber gleichzeitig liefern sie den Terroristen in Syrien Waffen.

Um die Lage noch mehr zu verschärfen hat Obama dem Pentagon den Auftrag erteilt, Pläne für eine Flugverbotszone über Syrien auszuarbeiten, die von Kampfflugzeugen der USA, Frankreich und England durchgesetzt wird. Zusätzlich zu einer Flugverbotszone will das Weisse Haus die Terroristen bewaffnen und den Rat der syrischen Opposition formell anerkennen.

Die Situation wird vom Westen deshalb angeheizt, weil der Plan Assad zu stürzen nicht so abläuft wie gedacht und die vom Westen angeheuerten Terrorbanden von der syrischen Armee zurückgeschlagen werden. Sie dachten, es wird so einfach und schnell ablaufen wie der Sturz und die Ermordung von Muammar Gaddafi in Libyen.

Der russische Vizeaussenminister Sergei Ryabkov sagte, die Entscheidung der EU zwingt Russland das S-300 Raketenabwehrsystem schnellst möglich an Syrien zu liefern.

Russland und China fühlen sich von Washington und den Europäern völlig hintergangen, da man die Flugverbotszone über Libyen damit begründete, es gehe ausschliesslich um die Zivilbevölkerung zu schützen. Tatsächlich war es eine Lüge und es ging um Regimewechsel. Deshalb lehnen die beiden Mitglieder des UN-Sicherheitsrat eine westliche Intervention in Syrien diesmal ab!

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31.05.2013, 01:18 Uhr

Die USA sind pleite und brauchen das iranische Öl. Ich finde es gut, dass China und Russland die USA in die Schranken weisen. Die Destabilisierung Syriens ist eine Vorbereitung der Iran Invasion. Man möchte den Nahen Osten und damit die Kontrolle über die grössten Erdölreserven noch vor der endgültigen ölpreis-Explosion unter Dach und Fach bringen.

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