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19.10.2016

14:08 Uhr

Waffenruhe für Aleppo

Russland lehnt Verlängerung von Feuerpause ab

Für die belagerte syrische Stadt Aleppo wird es vorerst keine längere Waffenruhe geben. Russland wolle die Feuerpause nicht verlängern, heißt es aus dem Außenministerium.

Im Zuge des Syrien-Konflikts treffen sich Kanzlerin Angela Merkel und der russische Staatschef Wladimir Putin in Berlin. Reuters

Luftangriff nahe Aleppo

Im Zuge des Syrien-Konflikts treffen sich Kanzlerin Angela Merkel und der russische Staatschef Wladimir Putin in Berlin.

MoskauFür die Bevölkerung in der syrischen Großstadt Aleppo zeichnet sich keine längere Atempause ab. Russland lehne eine Ausweitung der einseitig ausgerufenen Feuerpause ab, sagte der stellvertretende Außenminister Sergej Rjabkow am Mittwoch nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax.

Demnach lehnt Russland auch ein erneutes Treffen von Außenminister Sergej Lawrow mit seinem US-Kollegen John Kerry ab. Die beiden hatten sich am Wochenende in Lausanne getroffen. Greifbare Ergebnisse gab es dabei nicht.

Wer kämpft gegen wen in Syrien?

Regime

Anhänger von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weiter die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen am Mittelmeer. Syriens Armee hat allerdings viele Soldaten verloren und wird vor allem durch russische Kampfjets, iranische Kämpfer und die Schiitenmiliz Hisbollah unterstützt. Auch Verbände aus Afghanistan und dem Irak sollen aufseiten des Regimes kämpfen.

Islamischer Staat (IS)

Die Terrormiliz hat in den vergangenen Monaten große Teile ihres Gebietes verloren, herrscht aber immer noch in vielen Städten entlang des Euphrats und in Zentralsyrien.

Rebellen

Unzählige Rebellengruppen kämpfen in Syrien - von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten, wie der früheren Nusra-Front. Immer wieder gehen die verschiedenen Truppen zeitweise Zweckbündnisse ein.

Kurden

Kurdische Streitkräfte beherrschen mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Sie kämpfen teilweise mit Rebellen zusammen, kooperieren aber auch mit dem Regime in Damaskus.

Die USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt unter anderem sechs Tornados für Aufklärungsflüge.

Russland

Seit einem Jahr fliegt Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien und steht an der Seite von Machthaber Assad. Russland bekämpft offiziell den IS, greift aber den Angaben zufolge immer wieder auch moderate Rebellengruppen an, die Seite an Seite mit Dschihadisten kämpfen.

Iran

Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Nach Angaben Teherans sind Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden als militärische Berater der syrischen Armee im Einsatz.

Saudi-Arabien und die Türkei

Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Sie fordern den Sturz Assads. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Der Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten. Die Türkei will eine größere Selbstbestimmung der Kurden in Nordsyrien verhindern.

Russland ist der engste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und hilft dessen Armee mit Luftangriffen. Der Westen wirft der Regierung in Moskau Gräueltaten in Aleppo vor, während nach russischer Darstellung die Angriffe Terroristen gelten. Am Donnerstag wollen Russland und Syrien die Attacken für acht Stunden einstellen, damit Zivilisten und Aufständische den belagerten Ostteil Aleppos verlassen können. Bereits am Dienstag wurden die Militäreinsätze unterbrochen.

Der Konflikt ist auch Thema bei einem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin und seinem französischen Kollegen François Hollande in Berlin am Abend.

Von

rtr

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