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15.09.2016

11:54 Uhr

Waffenruhe hält

Steinmeier und Ayrault in der Ostukraine

Die Außenminister Steinmeier und Ayrault treffen zum ersten gemeinsamen Besuch in der Ostukraine ein. Gemeinsam mit einer neuen Waffenruhe soll die Reise Hoffnung machen auf eine politische Lösung.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (2.v.l.) und sein französischer Amtskollege Jean-Marc Ayrault (3. v. r.) verschaffen sich einen Überblick in der Ostukraine. AFP; Files; Francois Guillot

Waffenruhe in der Ostukraine

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (2.v.l.) und sein französischer Amtskollege Jean-Marc Ayrault (3. v. r.) verschaffen sich einen Überblick in der Ostukraine.

KramatorskIn der umkämpften Ostukraine haben die beiden Konfliktparteien die neue Waffenruhe nach Einschätzung der örtlichen OSZE-Mission zunächst eingehalten. Seit Mitternacht sei es ruhig, sagte der Chef der OSZE-Mission, Ertugrul Apakan, am Donnerstagvormittag.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein französischer Kollege Jean-Marc Ayrault trafen unterdessen in der von Regierungseinheiten beherrschten Stadt Kramatorsk ein. Es ist der erste gemeinsame Besuch der beiden in der Ostukraine. Sie wollen sich zusammen mit dem ukrainischen Außenminister Pawel Klimkin ein Bild von der Lage in der Unruheregion machen.

„Es hat seit Mitternacht kaum noch Verletzungen des Waffenstillstands gegeben. Natürlich ist es zu früh, daraus abzuleiten, dass das dauerhaft sein wird. Ob es gelingt, hängt nicht wesentlich an uns, sondern an der Bereitschaft der Konfliktparteien, sich zu bewegen“, sagte Steinmeier. Ziel ist ein dauerhafter Waffenstillstand.

25 Jahre danach: Was wurde aus den einzelnen Sowjetrepubliken?

15 neue Staaten

Der Zerfall der Sowjetunion 1991 hat 15 neue Staaten hervorgebracht. Ihre Schicksale in einem Vierteljahrhundert Unabhängigkeit sind sehr verschieden gewesen. Der Traum von Frieden und Wohlstand blieb für viele unerfüllt. Die Länder im Überblick.

Russland

Größtes Nachfolgeland, Atommacht, Energie-Exporteur. Verhinderte in zwei Kriegen die Abspaltung von Tschetschenien. Unter Präsident Wladimir Putin zunehmend autoritär. Steckt in der Krise, versucht aber, weltpolitisch wieder eine größere Rolle zu spielen.

Westen der Sowjetunion – Estland, Lettland und Litauen

Die kleinen baltischen Staaten stellten rasch auf Demokratie und Marktwirtschaft um. Seit 2004 Mitglieder in Nato und EU.

Weißrussland

Stabile Friedhofsruhe bei erträglichem Lebensstandard. Dauerherrscher Alexander Lukaschenko ist Russlands bester Freund und hält doch Abstand.

Ukraine

Zweitgrößtes Land Europas, großes Wirtschaftspotenzial, aber 25 Jahre lang unter seinen Möglichkeiten regiert. Zweimal Aufbegehren der Zivilgesellschaft: Orange Revolution 2004/5, Euromaidan 2013/14. Russland nahm 2014 die Krim weg und führt verdeckt Krieg im Osten.

Moldau

Ethnisch vorwiegend rumänisch. Verlor 1992 den russischsprachigen Landstreifen Transnistrien. Der eingefrorene Konflikt lähmt das arme Land politisch und wirtschaftlich.

Kaukasus – Georgien

Verlor nach 1992 Kriege gegen Separatisten in Abchasien und Südossetien. 2008 Niederlage gegen Russland. Hat sich zuletzt durch energische Reformen modernisiert.

Aserbaidschan

Ölreichtum am Kaspischen Meer kommt Präsidenten-Clan Aliyev zugute - erst dem Vater, nun dem Sohn. Ein Fünftel des Landes von Karabach-Armeniern besetzt.

Armenien

Sieg im Krieg um Berg-Karabach 1992-94 nützt nichts. Eingeklemmt zwischen Feinden Aserbaidschan und Türkei, nur die Schutzmacht Russland hilft.

Zentralasien – Kasachstan

Neuntgrößtes Land der Erde, lebt von Öl und Gas. Stabil, hat nie einen anderen Präsidenten gekannt als Nursultan Nasarbajew (76). Wer wird ihm nachfolgen?

Turkmenistan

Wüstenstaat, einer der größten Gasproduzenten der Welt. Fast so abgeschottet und diktatorisch wie Nordkorea.

Usbekistan

Herz der historischen Seidenstraße. Dauerherrscher Islam Karimow ließ 2005 hunderte Bürger in Stadt Andischan erschießen.

Kirgistan

Hochgebirgsland, arm, immer wieder von Unruhen erschüttert. Aber einzig halbwegs demokratisches Land der Region.

Tadschikistan

War das Armenhaus der Sowjetunion und bleibt es auch. 1992-97 Bürgerkrieg mit Zehntausenden Toten. Heute bedroht durch Islamismus aus dem benachbarten Afghanistan.

Quelle: dpa

Vor Inkrafttreten der Waffenruhe am Donnerstag um 0 Uhr (Ortszeit) habe es noch Verstöße gegeben, teilte Apakan von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit. Die Feuerpause zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten ist zunächst auf sieben Tage befristet. Die Konfliktparteien sprachen von einer brüchigen Feuerpause. Es habe im Raum Awdijiwka nach Mitternacht einzelne Feuerstöße gegeben.

In dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen schon etwa 10.000 Menschen getötet. Die Einigung auf eine neue Waffenruhe war am Mittwoch bei einem Besuch von Steinmeier und Ayrault in Kiew erzielt worden.

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