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11.08.2014

11:01 Uhr

Waffenruhe in Nahost

Endlich Stille über Gaza

Die Waffenruhe hält: Die vereinbarte Verhandlungspause zwischen Israel und Palästinensern im Gaza-Streifen hat sich in ihrer ersten Nacht als stabil erwiesen. Jetzt schlägt die Stunde der Diplomaten.

Nahost-Konflikt

Neue Waffenruhe in Gaza dauert an

Nahost-Konflikt: Neue Waffenruhe in Gaza dauert an

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Tel Aviv, NablusDie neue Waffenruhe im Gaza-Konflikt hält vorerst. Eine israelische Armeesprecherin sagte am Montag in Tel Aviv, es habe seit Mitternacht keine Angriffe mehr gegeben. Minuten vor Inkrafttreten der dreitägigen Feuerpause hätten militante Palästinenser noch eine Rakete in Richtung Tel Aviv abgefeuert. Die israelische Luftwaffe hat nach Armeeangaben am Sonntag im Gazastreifen noch auf insgesamt elf Gruppen von Palästinensern geschossen, die dabei waren, Raketen abzufeuern.

Israel wollte die Verhandlungen mit den Palästinensern über eine dauerhafte Waffenruhe in Kairo wiederaufnehmen, sollte die Feuerpause Bestand haben. Der israelische Geheimdienstminister Juval Steinitz bekräftigte am Montag die Forderung nach einer vollständigen Entmilitarisierung des Gazastreifens.

Chronik des Gaza-Konflikts (11.8.)

Erste Woche

8./9. Juli 2014: Nach massivem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen fliegen israelische Kampfflugzeuge Dutzende Angriffe.

10./11. Juli: Militante Palästinensergruppen nehmen erstmals den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv ins Visier.

15. Juli: Israel akzeptiert eine von Ägypten vorgeschlagene Feuerpause. Die Hamas lehnt ab.

Zweite Woche

17. Juli: Nach einer mehrstündigen Waffenruhe beginnt Israel eine Bodenoffensive, um die Infrastruktur der Hamas zu zerschlagen und deren Tunnel im Grenzgebiet zu zerstören.

21. Juli: Um zu vermitteln, treffen US-Außenminister John Kerry und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon in Kairo ein.

23. Juli: Viele Fluggesellschaften stellen Flüge zum Ben-Gurion-Flughafen wegen des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen vorübergehend ein.

Dritte Woche

26./27. Juli: Eine zwölfstündige Waffenruhe tritt in Kraft. Eine Verlängerung lehnt die Hamas ab, die Angriffe gehen weiter.

30. Juli: Nach dem Beschuss einer UN-Schule im Gazastreifen mit 20 Toten hagelt es Kritik an Israel.

31. Juli: Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay wirft Israel und der Hamas die Verletzung des humanitären Völkerrechts vor.

1. August: Eine Waffenruhe hält nur wenige Stunden. Israel beschuldigt die Hamas, einen Soldaten verschleppt zu haben. Für die Suche nach ihm weitet Israel seine Offensive aus.

3. August: Die Armee erklärt den gesuchten Soldaten für tot. Er sei bei Kämpfen ums Leben gekommen. Beim Beschuss einer Uno-Schule sterben nach palästinensischen Angaben mindestens zehn Menschen. Israel beginnt mit dem Abzug seiner Bodentruppen aus dem Gazastreifen.

Vierte Woche

4. August: Ein Anschlag in Jerusalem überschattet eine von Israel erklärte Feuerpause: Ein palästinensischer Baggerfahrer rammt einen Bus. Ein Passant stirbt, der Attentäter wird erschossen.

5. August: Mit Beginn einer dreitägigen Waffenruhe zieht Israel alle Bodentruppen aus dem Gazastreifen ab. Israelis und Palästinenser beginnen in Kairo Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe.

8. August: Nach Ablauf der Waffenruhe feuern militante Palästinenser wieder Raketen Richtung Israel, das mit Luftangriffen reagiert.

10. August: Eine weitere dreitägige Feuerpause tritt in Kraft.

Allerdings haben israelische Soldaten bei einer Razzia im besetzten Westjordanland nach Angaben von Ärzten einen Palästinenser erschossen. Bei der Aktion nahe der Stadt Nablus seien am Montag auch sechs weitere Palästinenser verletzt worden, berichteten Zeugen. Zudem sei ein Teil des Hauses, in dem der Erschossene wohnte, von Bulldozern der israelischen Armee eingerissen worden. Eine israelische Militärsprecherin erklärte, es gebe einen Einsatz in dem Gebiet. Einzelheiten darüber wisse sie noch nicht. In den vergangenen Tagen kam es wegen der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen auch im Westjordanland wiederholt zu Protesten gegen die israelischen Besatzer. Dabei waren schon zwei Palästinenser erschossen worden.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas habe derweil die sterblichen Überreste eines bei der Bodenoffensive getöteten israelischen Soldaten, bestätigte Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon erstmals. Er versprach der Familie von Oron Schaul, alles zu unternehmen, um sie zurückzuführen. Schaul war bei einem Gefecht in dem Gaza-Viertel Sadschaija getötet worden und galt zunächst als vermisst. Es wird vermutet, Hamas könnte auch Teile der Leiche eines zweiten Soldaten haben.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

12.08.2014, 18:06 Uhr

Stille? Dies wird erst sein, wenn Deutschland die raketen aus dem Gaza nicht mehr bezahlt und die Bundesmaribne entlich den Auftrag erfüllt und sich nicht weigert bzw. Den Waffenhanel unterstützt und fördert. Wieviel erhalten eigentlich die BW-Kapitäne für Ihr wegsehen, muß man unterstellen!

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