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15.12.2015

01:24 Uhr

Waffenruhe verschoben

Heftige Kämpfe im Jemen

Eigentlich sollte die Waffen zwischen den verfeindeten Gruppen im Jemen bereits Schweigen. Aber aus unbekannten Gründen haben Huthis das Abkommen verschoben. Dabei braucht die Bevölkerung dringend humanitäre Hilfe.

Kurz vor dem Start der vereinbarten Waffenruhe sind die Kämpfe im Jemen wieder aufgeflammt. dpa

Waffen sollen schweigen

Kurz vor dem Start der vereinbarten Waffenruhe sind die Kämpfe im Jemen wieder aufgeflammt.

SanaaDie geplante Waffenruhe im jemenitischen Konflikt mit den Huthi-Rebellen ist nach Angaben aus Saudi-Arabien um zwölf Stunden verschoben worden. Wie die offizielle saudische Nachrichtenagentur SPA am Montagabend (Ortszeit) mitteilte, werden die Waffen der Koalition, die die international anerkannte Regierung des Jemen unterstützt, erst am Dienstagmittag ab 12.00 Uhr (10.00 Uhr MEZ) schweigen. Dies hatte zuvor bereits um Mitternacht der Fall sein sollen.

Einen Grund für die Verzögerung nannte die Nachrichtenagentur nicht. Vertreter der rivalisierenden Huthi-Rebellen konnten für einen Kommentar nicht erreicht werden.

Die Huthi-Rebellen und die gewählte Regierung hatten sich am Samstag auf einen einwöchigen Waffenstillstand geeinigt. So soll auch humanitäre Hilfe zur notleidenden Bevölkerung in dem Bürgerkriegsland gebracht werden. Am Dienstag sollten im schweizerischen Genf neue Friedensgespräche stattfinden.

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In dem vielschichtigen Konflikt kämpfen die vom Iran unterstützten Huthis gemeinsam mit Soldaten des früheren Präsidenten Ali Abdullah Salih gegen Getreue von Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi, südjemenitischen Separatisten und Stammesmilizen. Saudi-Arabien und andere sunnitische Staaten fliegen seit Ende März Luftangriffe auf die Huthis, um Präsident Hadi wieder an die Macht zu bringen.

Der jemenitische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida und Verbündete der Terrormiliz Islamischer Staat haben das Chaos ausgenutzt, um sich Gebiete einzuverleiben und im Osten und Süden des Landes ihren Einfluss auszubauen.

Am Montag wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen im Süden, Westen und im Zentrum des Landes weitergekämpft. Bei Gefechten am Boden und Luftangriffen des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses wurden demnach mindestens 34 Menschen getötet, darunter zehn Zivilisten.

Bei den Kämpfen wurden in der Nähe der Stadt Tais unter anderem zwei hochrangige Offiziere der Militärkoalition getötet. Bei ihnen handele es sich um einen Offizier aus Saudi-Arabien und einen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, berichteten die Nachrichtenagenturen beider Länder. Wie die beiden ums Leben kamen, wurde nicht genannt. Die Huthis meldeten jedoch, dass die beiden von einer ihrer Langstreckenraketen getötet worden seien, die sie auf ein geheimes Hauptquartier des Militärbündnisses nahe der strategisch wichtigen Meeresstraße Bab al-Mandab abgefeuert hätten.

Die Golf-Staaten waren in den Konflikt eingestiegen, nachdem die Huthis von ihren Machtzentren im Nordjemen aus immer weiter nach Süden vorgedrungen waren. Im September 2014 hatten sie die Hauptstadt Sanaa überrannt und Ende März Präsident Hadi auch aus Aden im Süden vertrieben. Nach der sunnitischen Offensive mussten die Huthis in der Folge aber Aden wieder aufgeben und wurden auch anderswo zurückgedrängt. Bisherige Versuche, durch Verhandlungen unter Vermittlung der Vereinten Nationen ein Ende des Bürgerkriegs zu erreichen, blieben ergebnislos.

Von

ap

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