Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.01.2005

16:58 Uhr

Waffenstillstandsverhandlungen sollen positiv verlaufen

Palästinensische Sicherheitskräfte im Gaza-Streifen stationiert

Rund 2000 Polizisten seien in die Grenzstädte Beit Hanun und Beit Lahija sowie in umliegende Gebiete des Küstenstreifens eingerückt, hieß es in palästinensischen Sicherheitskreisen.

HB GAZA-STADT. Über das Wochenende sollen weitere Polizisten auch im Süden der Region Stellung beziehen, teilte das Büro des neuen Palästinenser-Präsidenten Mahumd Abbas mit. Die Waffenstillstandsverhandlungen mit der radikalen Palästinenser-Gruppe Hamas verliefen positiv und würden fortgesetzt, hieß es zudem.

Ein Rückgang der Gewalt gilt als Grundlage für eine Wiederbelebung des Friedensprozesses. In Beit Hanun kontrollierten Augenzeugen zufolge bewaffnete Sicherheitskräfte Fahrzeuge und ein Polizisten-Trupp patrouillierte in einem Jeep auf einer nahe gelegenen Straße, die zum Grenzübergang Eres führt. „Das ist großartig. Ich hoffe, das wird nun endlich der Anfang einer Beruhigung sein“, sagte ein 51-Jähriger Bewohner des Grenzgebietes. „Unsere Anordnungen sind eindeutig: Diese Gebiete sollen kontrolliert und die Angriffe gestoppt werden“, erklärte ein ranghoher Vertreter der palästinensischen Sicherheitskräfte.

Abbas forderte Scharon zur Zusammenarbeit auf

Der Chef der israelischen Armee, Mosche Jaalon, nannte die Stationierung der Sicherheitskräfte eine „positive Entwicklung“. Experten zufolge ist sie seit Beginn des Palästinenser-Aufstands im Jahr 2000 das deutlichste Zeichen für eine Wiederbelebung der Zusammenarbeit zwischen Palästinensern und Israel. Seit Dienstag wurde kein Raketenangriff aus dem Gaza-Streifen mehr berichtet. Am Freitag erlag jedoch ein 17-jähriges Mädchen aus Israel den Verletzungen, die sie in der vergangenen Woche bei einem Angriff auf die Grenzstadt Sderot erlitten hatte.

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon, der die Kontakte zu Abbas nach einem palästinensischen Selbstmordanschlag in der vergangenen Woche kurzfristig abgebrochen hatte, gratulierte diesem am Freitag anlässlich des islamischen Opferfestes. Abbas bedankte sich nach Angaben des palästinensischen Ministers Saeb Erekat und forderte Scharon zur Zusammenarbeit auf. Abbas' Sieg bei der Präsidentenwahl hatte Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme von Friedensgesprächen geweckt. „Die Fraktionen warten ab, was Abbas anzubieten hat“, sagte ein Sprecher eines palästinensischen Widerstandkomitees.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×