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10.09.2014

15:49 Uhr

Waffensysteme

Putin will sich gegen Nato rüsten

Er rüstet auf, verbal und militärtechnisch: Wladimir Putin reagiert auf harte Worte seines ukrainischen Amtskollegen Petro Poroschenko und kündigt neue Waffensysteme an, deren Entwicklung er direkt kontrollieren will.

Er will sich vom Westen unabhängig machen – mit eigenen Waffen und neuen strategischen Partnern: Wladimir Putin. ap

Er will sich vom Westen unabhängig machen – mit eigenen Waffen und neuen strategischen Partnern: Wladimir Putin.

MoskauDer russische Präsident Wladimir Putin hat die Entwicklung neuer Waffensysteme angekündigt, darunter strategische Atomwaffen, Luftabwehrsysteme und konventionelle Präzisionswaffen. Russland habe nicht die Absicht ein neues Wettrüsten zu starten, doch werde es auf alle Herausforderungen für seine Sicherheit reagieren, sagte Putin am Mittwoch in Moskau. „Die Militarisierung des Weltraums und die US-Stützpunkte in Europa und Alaska, direkt an unserer Grenze, nötigen uns zu einer Reaktion“, meinte Putin.

Die möglichen Gefahren für Russland müssten genau analysiert werden, sagte der Präsident weiter. Auf jede einzelne müsse es eine passende Antwort geben. Dabei dürfe Russland allerdings seinen Militärhaushalt nicht stärker ausweiten, als es seine wirtschaftlichen Möglichkeiten zuließen.

Massive Aufrüstung: Russlands neue Streitmacht

Massive Aufrüstung

Russlands neue Streitmacht

Die Nato wirft Russland eine militärische Intervention in der Ukraine vor. Dabei geht es um mehr als einen regionalen Konflikt. Russland gilt wieder als bedrohlicher Gegner – weil Putin seine Armee gezielt aufrüstet.

Dem Westen warf Putin vor, die Ukraine-Krise genutzt zu haben, um die Nato wiederzubeleben. Die Beziehungen zwischen dem westlichen Militärbündnis und Moskau waren wegen des Konflikts im Osten der Ukraine zuletzt auf einem Tiefpunkt angelangt. Die Nato hatte vor diesem Hintergrund die Gründung einer schnellen Eingreifgruppe angekündigt. Sie wirft Russland vor, die Rebellen in der Ostukraine im Kampf gegen die ukrainische Regierung zu unterstützen.

Putin spricht...

über Krieg und Frieden

„Russland hat keine Absicht, Krieg gegen das ukrainische Volk zu führen.“
am 4.3. in einer Pressekonferenz

„Wenn ich will, kann ich in zwei Wochen Kiew einnehmen.“
am 01.09. in einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, das dieser öffentlich machte. Die russische Seite erklärte im Anschluss, das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.

über Rüstung

„Die Militarisierung des Weltraums und die US-Stützpunkte in Europa und Alaska, direkt an unserer Grenze, nötigen uns zu einer Reaktion.“
am 10.09. in einer Pressekonferenz

über die Zukunft der Ostukraine

„Russland behält sich das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen.“
am 4. 3. in einer Pressekonferenz

„Diese Gebiete (im Süden und Osten der Ukraine) waren als Neurussland historisch ein Teil des Russischen Reiches. Erst in den 1920er Jahren wurden die Territorien von den Bolschewiken der Ukraine gegeben. Gott weiß warum.“
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

„Es müssen umgehend substanzielle inhaltliche Verhandlungen anfangen - nicht zu technischen Fragen, sondern zu Fragen der politischen Organisation der Gesellschaft und der Staatlichkeit im Südosten der Ukraine.“
am 31. 8. vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe

über die Führung der Ukraine

„In der Ukraine gibt es bislang keine legitime Macht, mehrere Staatsorgane werden von radikalen Elementen kontrolliert.“
am 18. 3. in der Rede an die Nation

„Sind sie da jetzt völlig verrückt geworden? Panzer, Schützenpanzerwagen und Kanonen! (...) Sind sie total bekloppt? Mehrfachraketenwerfer, Kampfjets im Tiefflug! (...) Sind sie dort jetzt völlig bescheuert geworden, oder was?
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

über den Westen

„In der Ukraine überschritten die westlichen Partner die rote Linie, verhielten sich grob, verantwortungslos und unprofessionell.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Die Vereinigten Staaten dürfen in Jugoslawien, Irak, Afghanistan und Libyen agieren, aber Russland soll es verwehrt sein, seine Interessen zu verteidigen.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

über Russen im Ausland

„Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die Russen zu einem der größten geteilten Völker der Welt. Millionen von Menschen gingen in einem Land ins Bett und erwachten in einem ganz anderen und wurden zur nationalen Minderheit.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Ich glaube daran, dass die Europäer, vor allem aber die Deutschen, mich verstehen werden (...). Unser Land hatte das starke Bestreben der Deutschen nach Wiedervereinigung unterstützt. Ich bin sicher, dass sie das nicht vergessen haben und rechne damit, dass Bürger Deutschlands das Bestreben der russischen Welt, ihre Einheit wiederherzustellen, (...) ebenfalls unterstützen werden.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

Zuvor hatte Putin auch angekündigt, die heimische Rüstungsindustrie schärfer kontrollieren zu wollen. Per Dekret machte er sich am Mittwoch selbst zum Vorsitzenden der Kommission, die für die Aufsicht der Branche zuständig ist. Die Regierung in Moskau bemüht sich um eine geringere Abhängigkeit von Rüstungsimporten aus dem Ausland, seit EU und USA in der Ukraine-Krise Sanktionen gegen Russland verhängt haben. Schon einige Tage zuvor war bekannt geworden, dass Russland angesichts westlicher Sanktionen deutlich mehr eigene Flugzeuge bauen will. Selbstverständlich müssten mehr Maschinen und auch Flugzeugteile in Russland gefertigt werden, so der Ministerpräsident Dmitri Medwedew gegenüber der Nachrichtenagentur RIA. Vorgesehen sei etwa, die Produktion des Suchoi Superjets ab 2015 zu verdoppeln, erläuterte Medwedews Stellvertreter Dmitri Rogosin. Außerdem sei die gemeinsame Entwicklung eines Langstrecken-Flugzeugs mit China geplant. Ein Abkommen dazu sei für Oktober geplant.

Russland könnte auch eigene Kriegsschiffe bauen, die den französischen Hubschrauberträgern Mistral ähnelten, zitierte RIA zudem Handelsminister Denis Manturow. Frankreich hatte jüngst erklärt, Russland vorerst nun doch keine Mistrals zu liefern. Präsident Francois Hollande verwies zur Begründung auf die Lage in der Ukraine.

Kommentare (7)

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G. Nampf

10.09.2014, 16:13 Uhr

Dann rüstet der Westen Rußland noch einmal in die Knie.

Das wird zwar teuer bis über die Schmerzgrenze hinaus , aber wenn es sein muß....

Herr Ulrich Wahr

10.09.2014, 16:17 Uhr

Er hat wohl immer noch nicht kapiert dass er der Kriegstreiber ist und der Westen wegen ihm aufrüstet. Verkehrte Welt im Kopf von Putin, ein Psychater wäre wohl angebracht.

Herr Paul Müller

10.09.2014, 16:19 Uhr

Dnn überweisen sie doch bitte mal Herrn Schäuble sofort ihre kärglichen Ersparnisse, wenn sie auf solchen Schw....inn scharf sind. Oder sollen etwa die anderen für ihre sinnfreien Wünsche zahlen, mit Geld und Leben?

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