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04.05.2013

16:35 Uhr

Waffentransport angegriffen

Israel bestätigt Angriff auf Ziele in Syrien

Schon das zweite Mal in diesem Jahr bombardiert Israel syrisches Territorium aus der Luft – dieses Mal einen Waffenkonvoi. In Syrien hat unterdessen wegen eines angeblichen Massakers eine Massenflucht eingesetzt.

Ein F15I-Jet des israelischen Militärs: Ein Waffenkonvoi auf syrischem Boden wurde attackiert. dpa

Ein F15I-Jet des israelischen Militärs: Ein Waffenkonvoi auf syrischem Boden wurde attackiert.

Washington/Jerusalem/BeirutIsrael hat nach Angaben aus Regierungskreisen einen Waffentransport in Syrien aus der Luft angegriffen. Ziel der Attacke am frühen Freitagmorgen sei eine für die Hisbollah-Miliz im Libanon gedachte Lieferung hochmoderner Raketen gewesen, hieß es am Samstag. Es ist bereits der zweite derartige Luftangriff Israels auf syrisches Territorium in diesem Jahr.

In einer ersten Reaktion sagte der syrische Vize-Informationsminister Chalaf Mufah dem Hisbollah-Sender Manar TV, er habe „keine Informationen über eine Aggression, die inszeniert wurde“. Die Berichte über den israelischen Luftangriff seien als Teil psychologischer Kriegsführung zu sehen. Diese diene der Vorbereitung einer „Aggression gegen Syrien“.

Zwei Jahre blutiger Kampf um die Macht

15. März 2011:

Erste Protestdemonstration in der syrischen Hauptstadt Damaskus gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad.

18. März:

Tausende demonstrieren gegen Assad, es gibt Tote. Am 22. April gehen 100 000 auf die Straße, mindestens 112 sterben.

23. Juni:

Nach Einschlägen syrischer Granaten auf türkischem Gebiet schießt Syrien nahe der Stadt Latakia einen türkischen Militärjet ab. Ankara stationiert daraufhin Raketenabwehrsysteme an der Grenze.

31. Juli:

Das Regime erobert die Widerstandshochburg Hama. Laut Opposition sterben mindestens 100 Menschen.

3. August:

Der UN-Sicherheitsrat einigt sich auf eine „Präsidentielle Erklärung“ zur Verurteilung des Regimes in Damaskus. Eine gewichtigere Resolution scheitert am Veto Russlands und Chinas. Beide Länder blockieren in den folgenden Monaten zwei weitere Resolutionen.

2. Oktober:

Die syrische Opposition bildet einen Nationalrat.

22. Dezember:

Erste Beobachter der Arabischen Liga treffen in Syrien ein. Vier Wochen später wird ihr Einsatz wegen der Gewalt beendet.

23. Dezember:

In Damaskus sterben bei den ersten Selbstmordanschlägen im Bürgerkrieg mindestens 44 Menschen, mehr als 160 werden verletzt.

4. Februar 2012:

Aus der Protesthochburg Homs wird das schlimmste Blutbad seit Beginn der Proteste gemeldet. Hunderte Menschen sterben.

13. Februar:

Das Regime weist den Vorschlag der Arabischen Liga zurück, UN-Friedenstruppen nach Syrien zu schicken. Kurz darauf nennt Assad den 26. Februar als Termin für ein Verfassungsreferendum. Die Verfassung tritt am 28. Februar in Kraft.

25. Februar:

In Tunis gründen mehr als 60 Staaten die „Freundesgruppe“ für ein demokratisches Syrien.

27. März: Syrien akzeptiert den Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan, der eine von den UN beobachtete Waffenruhe vorsieht.

25. Mai:

Bei einem Massaker im Ort Al-Hula kommen mehr als 100 Zivilisten ums Leben.

13. Juli:

Nach Angaben der Opposition sollen bei einem Massaker nahe Hama bis zu 250 Menschen von Regierungstruppen getötet worden sein.

18. Juli:

Bei einem Bombenanschlag der Rebellen auf den nationalen Krisenstab kommen mehrere Mitglieder der syrischen Führung ums Leben - darunter der Verteidigungsminister und Assads Schwager.

2. August:

UN-Vermittler Annan gibt auf. Es werden neue Massaker an syrischen Zivilisten gemeldet.

16. August:

Wegen der ausufernden Gewalt wird die UN-Beobachtermission beendet.

24. Oktober:

Der algerische Diplomat Lakhdar Brahimi als neuer UN-Vermittler erklärt, beide Seiten seien zu einer Feuerpause bereit. Die auf vier Tage angelegte Waffenruhe hält keine drei Stunden.

11. November:

Regimegegner bilden die „Nationale Koalition“ und wählen den Prediger Ahmed Muas Al-Chatib zum Vorsitzenden. Zuvor gab der Syrische Nationalrat Ansprüche auf eine Vormachtstellung auf.

6. Januar 2013:

Assad will mit einer nationalen Mobilmachung seinen Sturz verhindern. Er verspricht in seiner ersten öffentlichen Rede seit sieben Monaten Reformen, eine neue Verfassung und Regierung. Eine politische Lösung mit bewaffneten Rebellen schließt er aus.

28. Januar:

Die Nato schützt die Türkei mit „Patriot“- Raketenabwehrstaffeln vor Angriffen aus Syrien. Zur Durchsetzung einer Flugverbotszone über Syrien dürfen sie nicht eingesetzt werden.

21. Februar:

In Damaskus kommen bei einem Bombenanschlag nahe der Zentrale von Assads Baath-Partei mindestens 53 Menschen ums Leben. Das Hauptquartier des Militärs wird mit Granaten beschossen.

28. Februar:

Die Staaten der „Freundesgruppe“ wollen Syriens Opposition politisch und finanziell helfen, aber keine Waffen liefern.

3. März:

Assad lehnt einen Gang ins Exil weiterhin ab. Im Interview mit der britischen Zeitung „Sunday Times“ zeigt er Bereitschaft zu Gesprächen mit der Opposition. Voraussetzung sei aber, dass Militante ihre Waffen niederlegten.

5. März:

Syrische Rebellen melden die Einnahme der Stadt Al-Rakka. Für die von den Rebellen kontrollierten Gebiete in der Provinz Aleppo lassen Oppositionsparteien erstmals lokale Vertretungen wählen.

9. März:

Nach drei Tagen in der Hand syrischer Rebellen sind 21 Blauhelm-Soldaten wieder auf freiem Fuß.

Am Freitagabend (Ortszeit) hatten bereits US-Regierungskreise von einem Angriff der israelischen Luftwaffe auf ein Ziel in Syrien in der Nacht zum Freitag gesprochen. Vertreter Israels bestätigten dies Stunden später. Der Einsatz der Kampfflugzeuge sei vom Sicherheitskabinett auf einer geheimen Sitzung gebilligt worden, sagte ein Regierungsvertreter. Unklar blieb zunächst der Ort des Angriffs und, ob er aus dem libanesischen oder dem syrischen Luftraum heraus geführt wurde.

Wenig später warf der Libanon Israel vor, seinen Luftraum verletzt zu haben. In der Nacht zu Freitag seien dreimal israelische Kampfflugzeuge in den libanesischen Luftraum eingedrungen, erklärten die libanesischen Streitkräfte am Samstag. Ein Angriff aus dem israelischen Luftraum heraus ist dabei technisch nicht unmöglich. Die israelische Luftwaffe verfügt über Luft-Boden-Raketen und steuerbare Bomben, die nach dem Abschuss oder Abwurf Dutzende Kilometer horizontal fliegen können. Damit könnte Israel vom eigenen Territorium aus Ziele in Syrien angreifen.

Israel griff Waffenlieferung in Syrien an

Video: Israel griff Waffenlieferung in Syrien an

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Bei der attackierten Lieferung habe es sich nicht um chemische Waffen gehandelt, wohl aber um entscheidende Militärgüter, die an die Hisbollah geliefert werden sollten, hieß es aus den israelischen Kreisen. Die Rede war von hochmodernen, weitreichenden Boden-Boden-Raketen. Offiziell äußerten sich zunächst weder das israelische Militär noch das Verteidigungsministerium in Jerusalem dazu.

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