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23.11.2012

00:18 Uhr

Wahl auf EU-Gipfel

Luxemburger Mersch an EZB-Spitze berufen

VonDorit Marschall

Per Twitter teilte EU-Ratspräsdent Van Rompuy die Entscheidung der Staats- und Regierungschefs auf dem EU-Gipfel in Brüssel mit: Yves Mersch wird in das Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) berufen.

Notenbankchef Yves Mersch wurde ins Direktorium der Europäischen Zentralbank berufen. AFP

Notenbankchef Yves Mersch wurde ins Direktorium der Europäischen Zentralbank berufen.

BrüsselIn der Nacht zum Freitag ist die Entscheidung gefallen: Die EU-Staats- und Regierungschefs beendeten eine lange Debatte um die Besetzung des Postens und entschieden zugunsten des Luxemburger Zentralbankchef Yves Mersch. So zieht der 63-Jährige zum 15. Dezember in das Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt ein.

Per Twitter teilte EU-Ratspräsdent Van Rompuy die Entscheidung der Staats- und Regierungschefs auf dem EU-Gipfel in Brüssel mit.

Damit endete eine monatelange Zitterpartie für Mersch. Erst hatte sich der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments quergestellt und den Einzug einer Frau in das rein männlich besetzte EZB-Direktorium gefordert. Das Parlament konnte die Ernennung zwar nicht stoppen, da es in dieser Frage nur angehört werden muss – der Druck hatte aber eine inoffizielle Vereinbarung zwischen der EZB und den Euro-Finanzministern zur Folge: Im Gegenzug zu Merschs Einzug in die EZB-Führungsriege soll eine Frau Chefin der EZB-Bankenaufsicht werden. Dann allerdings hatte sich zu Monatsbeginn die spanische Regierung geweigert, Merschs Beförderung in die EZB-Spitze mitzutragen und das schriftliche Verfahren scheitern lassen. Spanien hatte anfangs mit Antonio Sáinz de Vicuña einen eigenen Kandidaten für den vakanten Posten im Rennen.

Damit rückt Mersch in das sechsköpfige Direktorium, dem neben Präsident Mario Draghi aus Italien, seinem Vize Vitor Constancio aus Portugal auch der belgische Chefökonom Peter Praet, der deutsche Ex-Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen und der Franzose Benoit Coeure angehören. Das Direktorium bereitet die Sitzungen des EZB-Rats vor und führt die Notenbank im Tagesgeschäft.

Mersch gilt als einer, der sich für einen straffen Stabilitätskurs der Geldpolitik einsetzt. Er steht seit der Gründung der Luxemburger Nationalbank 1998 an deren Spitze, gehört seither zudem dem EZB-Rat an und kam schon in früheren Jahren für einen Posten im Direktorium der europäischen Notenbank in Frage. In diesem Sommer schließlich hatten sich die Finanzminister der Euro-Staaten auf Mersch als Nachfolger des Spaniers Jose Manuel González-Páramo geeinigt. Wofür Mersch im Direktorium der EZB zuständig sein wird, ist noch offen.

Kommentare (13)

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Brasil

23.11.2012, 01:16 Uhr

Hat sich wohl keiner zu fragen getraut, wieso man in diesem Nullen Direktorium noch eine sechste Null braucht?
Sonst wuerde wohl jetzt im Nachhinein diese Frage gar nicht offen stehen!
Aber so ist es eben in der nicht legitimierten Feudalgesellschaft in der Andere alles bezahlen! Posten, ohne eine Funktion!
Mal sehen wie lange sich die ausserdeutschen Gesellschaften sich das noch gefallen lassen. Mit einer Reklamation des Dummdeutschen Michels rechnet ja sowieso niemand mehr.

Bankrotteure

23.11.2012, 02:23 Uhr

Der Herr aus Luxemburg wird gebraucht, um mit Hilfe geplünderter deutscher Gelder die Luxemburger Banken und damit den Zwergstaat Luxemburg vor dem Ruin zu retten.

Näheres zu den ungedeckten Verbindlichkeiten der Luxemburger Banken findet man bei Prof. Sinn:

https://www.youtube.com/watch?v=Ui0NOk_lSbU

Neben Goldmann Sachs hat Luxemburg allergrößtes Interesse daran, dass Banken mit deutschem Vermögen "gerettet" werden.

Mal wieder eine unterirdische Meisterleistung der total verfehlten Personalpolitik von Frau Merkel und Herrn Schäuble, die damit die deutschen Interessen verraten.

Baier

23.11.2012, 08:07 Uhr

Na also! Schon wieder ein Vertreter des Zwergstaats und Schwarzgeldparadieses in einer führenden EU-Institution. Und der Hauptzahler schaut zu.

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