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27.04.2011

10:30 Uhr

Wahl der Exiltibeter

Havard-Jurist wird neuer Premier

Auf ihn kommt viel Arbeit zu: Der Havard-Jurist Lobsang Sangay (43) übernimmt ab August das Amt des Premierministers der Exiltibeter. Auch wichtige Aufgaben des geistigen Oberhauptes, des Dalai Lama, fallen ihm dann zu.

Lobsang Sangay wird neuer Premierminister der Exiltibeter. Quelle: dapd

Lobsang Sangay wird neuer Premierminister der Exiltibeter.

Neu DelhiDie Exiltibeter werden politisch künftig von einem Juristen aus Harvard angeführt. Der 43-jährige Lobsang Sangay gewann die Wahl zum Premierminister der Exilregierung nach Angaben der Wahlkommission im nordindischen Dharamsala mit 55 Prozent der Stimmen. Die Kommission erklärte Sangay, der an der renommierten US-Universität promovierte und dort derzeit noch forscht, am Mittwoch zum Gewinner der Abstimmung. Die Wahl des Regierungschefs hatte dieses Mal besondere Bedeutung, weil der Dalai Lama als Oberhaupt der Tibeter seine politischen Aufgaben abgeben will.

Der neue Premierminister werde mehr Verantwortung schultern müssen, hatte der amtierende Premierminister Lobsang Tensin vor der Wahl mit Blick auf den bevorstehenden Rückzug des Dalai Lama gesagt. Nach tibetischen Angaben fallen die zentralen politischen Aufgaben des Dalai Lama dann dem Premierminister zu. Darunter zählen mögliche Verhandlungen mit der Besatzungsmacht China und die Auflösung des Parlaments.

Sangay setzte sich klar gegen seine zwei Mitbewerber durch. Er wird im Mai in Dharamsala erwartet, dem Sitz der Exilregierung. Sie wird weltweit von keinem Staat anerkannt.

Zur Wahl des Premierministers und der 43 Abgeordneten des Exilparlaments waren am 20. März mehr als 83 000 Exiltibeter vor allem in Nordindien aufgerufen. Der seit 2001 amtierende Premierminister Lobsang Tensin war nach zwei Legislaturperioden nicht mehr angetreten. Seine Amtszeit endet im August.

Von

dpa

Kommentare (1)

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KFR

27.04.2011, 12:02 Uhr

Offensichtlich ist Ihnen das budistische System der Wiedergeburt mit hierachischem Auf- Abstieg und die Bestimmung des nächsten Dalai Lama unbekannt; was politische Änderungen betrifft, sind Leibeigenschaft, Restitution des Grossgrundbesitz, Kinderarbeit, Minderwertigkeit von Frauen erwählte nichtarbeitende Kasten-Orden nach wie vor religiös begründete Grundlagen.

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