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28.01.2012

04:59 Uhr

Wahl im Senegal

Youssou N'Dour darf nicht Präsident werden

Präsident Wade darf zum dritten Mal, Youssou N'Dour gar nicht: Nach einem Verfassungsgerichtentscheid zur Präsidentschaftswahl im Senegal gab es gewalttätige Proteste in Dakar. Ein Polizist starb.

Popstar Youssou N'Dour. AFP

Popstar Youssou N'Dour.

DakarNach der Entscheidung über die Kandidatenzulassung für die Präsidentenwahl ist bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften im Senegal ein Polizist getötet worden. Nach senegalesischen Medienberichten aus der Nacht zum Samstag protestierten Hunderte Oppositionelle in der Hauptstadt Dakar gegen die Entscheidung des Verfassungsgericht zu den Präsidentschafts-Kandidaten.

Der Polizist starb Medienberichten zufolge an Kopfverletzungen, nachdem Proteste in Gewalt umschlugen. Reuters-Reporter sahen, wie Jugendliche Reifen anzündeten und Autos umwarfen. In anderen Orten gingen Menschen ebenfalls spontan auf die Straßen.

Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Schlagstöcke ein, um die Demonstranten zurückzudrängen. Ein AFP-Reporter wurde von einem Polizisten ins Gesicht geschlagen.

Das Gericht in Dakar hatte zuvor die Liste der Kandidaten veröffentlicht, die für das Amt des Präsidenten antreten dürfen. Der höchst umstrittene Präsident Abdoulaye Wade darf zum dritten Mal antreten, während Musikstar und Hoffnung der Jungen, Youssou N'Dour nicht zugelassen wurde.

Der Rat erklärte, der international bekannte Sänger habe nicht die nötigen 10.000 Unterschriften von Unterstützern erhalten. „Die Entscheidung, mich nicht mitmachen zu lassen, hatte nichts mit dem Gesetz zu tun. Es war eine politische Entscheidung, und wir werden mit einer politischen Entscheidung antworten“, sagte N'Dour ohne Details zu nennen. „Wir werden niemals zulassen, dass Abdoulaye Wade an der Wahl teilnimmt.“

Neben Wade dürfen beim ersten Wahlgang am 26. Februar unter anderem die drei früheren Regierungschefs Idrissa Seck, Macky Sall und Moustapha Niasse sowie Oppositionsführer Ousmane Tanor Dieng von den Sozialisten antreten.

Kommentare (1)

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KFR

28.01.2012, 10:53 Uhr

interessant die Begründung für die Zulassung zur 3.Kandidatur des Kandidaten der herrschenden Clique:
die Vorschrift wurde erst "nach" seiner 1. Präsidentschaft erlassen, ist rückwirkend nicht anwendbar !!

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