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09.07.2014

09:52 Uhr

Wahl in Afghanistan

Obama ruft zu Frieden auf

Steuert Afghanistan nach der Präsidentenwahl auf eine innenpolitische Krise zu? US-Präsident Obama redet beiden Kandidaten ins Gewissen. Indes tobt der Machtkampf zwischen Ghani und Abdullah weiter.

Ghani-Anhänger bei einer Wahlkampfveranstaltung: Der ehemalige Weltbank-Mitarbeiter liegt bei allen Auszählungen vorn. dpa - picture alliance

Ghani-Anhänger bei einer Wahlkampfveranstaltung: Der ehemalige Weltbank-Mitarbeiter liegt bei allen Auszählungen vorn.

Washington/KabulUS-Präsident Barack Obama hat die beiden afghanischen Präsidentschaftskandidaten Aschraf Ghani und Abdullah Abdullah zur Zurückhaltung aufgefordert. Obama betonte nach Angaben des Weißen Hauses, es gebe keine Rechtfertigung, auf gewaltsame oder verfassungswidrige Mittel zurückzugreifen. Dies würde ein Ende der US-Hilfe für das Land bedeuten.

Obama telefonierte mit Abdullah, der seine Niederlage bei der Stichwahl nicht anerkennt und den Sieg beansprucht sowie mit Ghani, der bei der Stichwahl nach vorläufigen Angaben in Führung liegt. Obama betonte, die USA erwarteten, eine gründliche Überprüfung aller begründeten Betrugsvorwürfe. Alle Seiten sollten Schritte vermeiden, die die nationale Einheit Afghanistans gefährdeten.

Der frühere Außenminister Abdullah nannte das vorläufige Ergebnis der Präsidentenwahl, das seinen Kontrahenten Aschraf Ghani deutlich in Führung sieht, ein „Ergebnis von Wahlbetrug“. Abdullah sagte am Dienstag in Kabul vor Tausenden Anhängern: „Ich bin in beiden Wahlrunden der Gewinner der ehrlichen Stimmen des afghanischen Volkes.“

Abdullah kündigte an, US-Außenminister John Kerry werde am Freitag in Kabul erwartet, um bei der Lösung der Wahlkrise zu helfen. Kerry hatte am Montagabend vor einer „Parallelregierung“ in Afghanistan gewarnt. Ghani sagte am Dienstag, er stehe einer Überprüfung von Stimmen nicht im Wege. Er kündigte an, eine Regierung zu bilden, in der sich alle Afghanen wiederfänden. Ghani sagte, er gehe davon aus, dass Abdullah keine Parallelregierung ausrufen werde.

Abdullah hatte die erste Wahlrunde am 5. April deutlich gewonnen, die absolute Mehrheit aber verfehlt. In der Stichwahl gewann Ghani dann nach dem vorläufigen Ergebnis vom Montag 56,44 Prozent der Stimmen, Abdullah kam nur noch auf 43,56 Prozent.

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