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13.03.2017

17:20 Uhr

Wahl in Frankreich

Fillon sieht sich auf Merkel-Kurs

Seit Wochen kämpft der französische Konservative Fillon gegen Vorwürfe in der Parlamentsjob-Affäre. Nun soll es um sein Programm gehen. In Berlin hat er eine Verbündete ausgemacht, mit der er sich auf einer Linie sieht.

„Ich weiß, auf welcher Seite ihr Herz schlägt, ich kenne ihr wirtschaftliches und politisches Konzept – es stimmt mit meinem überein.“, sagte der französische Präsidentschaftskandidat über Merkel. Reuters, Sascha Rheker

Francois Fillon

„Ich weiß, auf welcher Seite ihr Herz schlägt, ich kenne ihr wirtschaftliches und politisches Konzept – es stimmt mit meinem überein.“, sagte der französische Präsidentschaftskandidat über Merkel.

ParisDer von einer Affäre belastete französische Präsidentschaftskandidat François Fillon sieht sich auf der politischen Linie von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Ihr Konzept stimme mit seinem überein, sagte der Konservative am Montag in Paris. Er selbst tritt mit einem wirtschaftsliberalen Programm an: Abschaffung der Regelarbeitszeit von 35 Stunden in der Woche oder Abbau von 500.000 Jobs im öffentlichen Dienst.

Mit dem Blick auf den ankündigten Besuch seines Konkurrenten Emmauel Macron an diesem Donnerstag bei Merkel sagte der Ex-Premier: „Es ist völlig normal, dass die deutsche Kanzlerin Präsidentschaftskandidaten trifft.“ Er fügte hinzu: „Aber ich weiß, was sie denkt, ich weiß, auf welcher Seite ihr Herz schlägt, ich kenne ihr wirtschaftliches und politisches Konzept – es stimmt mit meinem überein.“

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Nachdem Angela Merkel den französischen Kandidaten Francois Fillon im Januar in Berlin getroffen hatte, empfängt sie kommenden Donnerstag nun den sozialliberalen Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron.

Merkel und Fillon gehören auf EU-Ebene der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) an. Die beiden Spitzenpolitiker hatten sich Ende Januar in Berlin getroffen.

In Umfragen für den ersten Wahlgang im April liegt Fillon auf Platz drei – hinter der Rechtspopulistin Marine Le Pen und dem unabhängigen Bewerber Macron, der früher als Wirtschaftsminister unter dem sozialistischen Präsidenten François Hollande diente.

Fillon wehrte sich gegen neue Vorwürfe, teure Anzüge als Geschenk entgegengenommen zu haben. „Das ist mein Privatleben, das geht keinen etwas an“, sagte der 63-Jährige dem Sender Europe 1.

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Lange galt die Rechtsextreme Marine Le Pen als die beliebteste unter den Präsidentschaftskandidaten in Frankreich. Nun fällt sie sogar in den Umfragen für den ersten Wahlgang hinter Emmanuel Macron zurück.

Der frühere Premierminister von Präsident Nicolas Sarkozy (2007 bis 2012) wird seit Ende Januar vom Verdacht einer Scheinbeschäftigung seiner Frau im Parlament belastet. Für diesen Mittwoch ist Fillon von Ermittlungsrichtern vorgeladen. Dabei droht ihm die Eröffnung eines Verfahrens. Er hatte die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen.

Kritik an seinem für französische Verhältnisse einschneidenden Wahlprogramm gibt auch in den Reihen der bürgerlichen Rechten. Es sei keine „Säuberungsaktion“, sagte der Anwärter vor Medienvertretern. Im Falle eines Wahlsieges wolle er eine Regierung von nur 15 Ministern bilden.

Von

dpa

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