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28.04.2012

20:18 Uhr

Wahl in Frankreich

Merkels Wachstums-Agenda bestärkt Hollande

Angela Merkel redet plötzlich auch über Wachstumsstrategien für die EU. Das bestätigt den französischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande in seinem Wahlkampf. Er sieht sich bereits als Sieger.

François Hollande sieht sich bereits auf der Siegerstraße. dpa

François Hollande sieht sich bereits auf der Siegerstraße.

ParisDer französische Präsidentschaftskandidat François Hollande wertet die jüngsten Äußerungen der Bundeskanzlerin zum Thema Wachstumsförderung in der EU als Erfolg seines Wahlkampfes. Angela Merkel und die anderen europäischen Staats- und Regierungschefs erachteten einen Machtwechsel in Frankreich offensichtlich als so wahrscheinlich, dass sie bereits jetzt beginnen würden, Zeitpläne und Themen der EU-Agenda zu ändern, sagte der Sozialist in einem am Samstag aufgezeichneten Interview des Senders Radio J.

Noch vor wenigen Wochen habe Merkel das Wort Wachstum nicht hören wollen, jetzt habe sie gesagt, dass sie bereit sei, für mehr Wachstum zu sorgen. „Es bewegt sich etwas und nach den Wahlen wird sich noch mehr bewegen“, sagte Hollande.

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Der Herausforderer des konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy spielte mit seinen Äußerungen auf ein Interview der „Leipziger Volkszeitung“ (Samstag) mit der Kanzlerin an. Darin stellt Merkel eine europäische „Wachstums-Agenda“ in Aussicht. „Allein dafür wird der Wahlkampf schon nützlich gewesen sein“, kommentierte Hollande. Im Fall eines Wahlsiegs werde es aber nicht dabei bleiben.

„Es wird eine Neuverhandlung (des Fiskalpaktes) geben und es wird einen Wachstumspakt geben“, betonte Hollande, der in den vergangenen Wochen kontinuierlich mehr staatliches Engagement für wirtschaftlichen Aufschwung gefordert hatte. Merkel könne nicht gleichzeitig Eurobonds ablehnen, vorsichtig gegenüber einer Finanztransaktionssteuer sein und der Europäischen Zentralbank verbieten wollen, Geld direkt an die Staaten zu verleihen.

In Bezug auf die französische Haushaltssituation riet Hollande der deutschen Regierung zu mehr Vertrauen in seine Vorschläge. Schließlich sei sein Konkurrent Sarkozy der erste Staatschef gewesen, der in der Eurogruppe gesagt habe, dass er sich nicht an den Stabilitätspakt und die Regeln der Budgetdisziplin halten werde. Das Ergebnis habe man gesehen.

Hollande geht als großer Favorit in die entscheidende Runde der französischen Präsidentschaftswahl am 6. Mai. Eine am Freitag in Frankreich veröffentlichte repräsentative Umfrage sieht ihn deutlich vor dem Konservativen Sarkozy. Dieser liegt demnach bei 46 Prozent, Hollande kann mit 54 Prozent rechnen.

Von

dpa

Kommentare (28)

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Tacheles

28.04.2012, 21:03 Uhr

Nach Ansicht von französischen Ökonomen fehlen Monsieur Hollande für sein Wachstumsprogramm nach den gepalnten drastische Stuererhöhungen u.ä. unterm Strich noch 11 Mrd. Euro. Da wird sich Frau Merkel doch sicher nicht lumpen lassen, dieses kleine Defizitchen aus der deutschen Kasse zu begleichen. Falls sie es nicht tut, wird es Herr Gabriel nach der Wahl ganz sicher tun.

Thomas-Melber-Stuttgart

28.04.2012, 21:33 Uhr

Elsaß-Lothringen sollte uns dies allemal wert sein. Wobei die Arrondierung im Osten noch aussteht, Gorbatschow wollte uns wohl Kaliningrad (Königsberg) verkaufen. Aber ohne Landverbindung hätte ich das Angebot auch ausgeschlagen.^^

lottchen

28.04.2012, 21:59 Uhr

Sie können mir ja sicher einen Präzedenzfall nennen, in dem Deutschland Frankreich gerettet hat. Vielleicht schauen Sie bei Gelegenheit auch mal bei der Eurostat vorbei, und schauen nach, wie hoch der Schuldenstand Frankreichs überhaupt ist.

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