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25.02.2016

14:04 Uhr

Wahl in Iran

Hoffnung auf iranisches Tauwetter

Die religiösen Minderheiten in Iran blicken gespannt auf die Parlamentswahl am Freitag. Insgeheim hoffen sie auf eine Fortsetzung des Reformkurses von Präsident Ruhani. Offene Worte wagen nur die Juden.

Am Freitag ist Parlamentswahl im Iran. AFP; Files; Francois Guillot

Wahlplakate in Teheran

Am Freitag ist Parlamentswahl im Iran.

TeheranWenn es um die Parlamentswahl im Iran an diesem Freitag geht, sagen die religiösen Minderheiten lieber gar nichts. Das könnte unnötigen Ärger mit der herrschenden islamischen Geistlichkeit geben, den sie in ihren kleinen Gemeinden gar nicht gebrauchen könnten. Ob Juden, Armenier, Assyrer oder Zoroastrier – alle zeigen sich brav neutral. Aber privat hoffen die meisten von ihnen, dass auch im Parlament der moderate Reformkurs von Präsident Hassan Ruhani weitergeführt wird.

Die Minderheiten haben laut Verfassung fünf der 290 Sitze im iranischen Parlament – und können auch nur diese per Wahl besetzen: zwei für die Armenier und je ein Sitz für die anderen drei. „Die fünf sind aber mehr Dekoration“, scherzt ein armenischer Automechaniker in Teheran. Sie kommen meist nur dann zu Wort, wenn es um Belange der Minderheiten geht. Das ist in einer vierjährigen Legislaturperiode aber nur selten der Fall.

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Die 80.000 armenisch-apostolischen Christen und die 20.000 anderen Christen im Iran haben laut ihrem Erzbischof Sibouh Sarkissian überhaupt keine Probleme in der islamischen Republik. „Unsere Rechte sind laut Verfassung geschützt und wir haben alle religiösen Freiheiten in diesem Land“, sagt Sarkissian. Die westlichen Vorwürfe diesbezüglich seien daher grundlos.

Auch die fast 25.000 bis 35.000 Zoroastrier im Iran – eine der ältesten monotheistischen Religionen, deren Stifter Zarathustra ist – haben nach Angaben einer ihrer Führer keine Schwierigkeiten. „Unsere Rechte sind gesetzlich gesichert. Und für Vorurteile in der Gesellschaft kann der Staat ja nichts“, sagt Ardeshir Khorshidan. Da ihre Rechte unabhängig von den politischen Machtverhältnissen Geltung hätten, spiele auch das Wahlergebnis für sie keine große Rolle.

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