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03.03.2012

16:50 Uhr

Wahl in Russland

Prognosen sehen Putin als klaren Sieger

Wladimir Putin steht aller Voraussicht nach eine weitere Amtszeit als Präsident bevor. Laut Meinungsforschern wird er am Sonntag eine klare Mehrheit erhalten. Doch schon vor der Wahl kommt Manipulationsverdacht auf.

Das Konterfei von Regierungschef Putin ist in Moskau vor der Wahl allgegenwärtig. AFP

Das Konterfei von Regierungschef Putin ist in Moskau vor der Wahl allgegenwärtig.

MoskauMit Regierungschef Wladimir Putin als Favorit geht Russland in die Präsidentenwahl an diesem Sonntag. Zwar waren am Tag vor der Abstimmung jede Wahlwerbung und auch die Veröffentlichung von Umfrageergebnissen verboten. Letzte Meinungsforschungen sahen aber Putin, der schon von 2000 bis 2008 das höchste Staatsamt innehatte, zwischen 50 und 66 Prozent der Stimmen. Laut der jüngsten Umfrage des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum könnten bereits im ersten Wahlgang zwei Drittel der Stimmen auf Putin entfallen. Damit müsste sich der Regierungschef nicht in einer Stichwahl einem der vier Gegenkandidaten stellen.

Kurz vor der Wahl trafen die Behörden letzte Sicherheitsvorkehrungen. Insgesamt 450.000 Soldaten und Polizisten sollen für einen störungsfreien Verlauf der Abstimmung sorgen, teilte das Innenministerium in Moskau am Samstag mit.

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Unmittelbar vor Russlands Präsidentschaftswahl erklärt Wladimir Putin im Interview mit dem Handelsblatt, wie er mit Reformen mehr Investoren ins Land holen will - und warum die Protestdemonstrationen gut sind.

Zum Schutz vor möglichen Terroranschlägen müssten die Wähler vor allem in Großstädten durch Metalldetektoren an die Urnen schreiten, hieß es. Nach einem heftigen Streit vor der Präsidentenwahl 2008 werden diesmal wieder Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Wahl begleiten. Vor vier Jahren hatte der Staatenbund seine Mission aus Protest gegen die Wahlumstände abgesagt. Auch die Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) entsandte Beobachter.

Der Multimilliardär Michail Prochorow, an diesem Sonntag einer von Putins vier Konkurrenten, beklagte erste Unstimmigkeiten vor der Wahl. In St. Petersburg seien gefälschte Unterschriften aufgetaucht, sagte Prochorow nach Angaben der Agentur Interfax. Die Opposition befürchtet Fälschungen und eine der „schmutzigsten Wahlen“ in Russland überhaupt, da es um Putins politische Zukunft gehe. Nach der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Parlamentswahl im Dezember war es immer wieder zu Protesten Zehntausender Demonstranten gekommen.

Die Zentrale Wahlkommission in Moskau prüfte ein letztes Mal die Funktion der Internetkameras in den meisten der rund 96.000 Wahllokale. Wahlleiter Wladimir Tschurow sprach von einem „Experiment“. Regierungschef Wladimir Putin hatte die Montage der Kameras mit der Begründung angeordnet, damit Fälschungen vorzubeugen.

Kommentare (8)

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Bazooka

03.03.2012, 16:06 Uhr

Ich Putin - Ein Porträt - Interview mit Wladimir Wladimirowitsch Putin

http://www.youtube.com/watch?v=NSKlEEPifIk&feature=channel_video_title

Oelblase

03.03.2012, 16:11 Uhr

Die Russen werden schon entscheiden, was das richtige für ihr Land ist - ob Putin oder jemand anderes.

Die Frage ist nur, wer anderes sollte es sein ?!

Putin ist der einzige im Parlament, der die Oligarchen an die kurze Leine nimmt. Kommt jemand anderes an die Macht, dann wird Russland zu 100% den Oligarchen gehören und damit letztendlich den USA.

Account gelöscht!

03.03.2012, 17:19 Uhr

In Russland bzw. Osteuropa finden wir geordnetere Verhältnisse wie z.b in Griechenland oder Bulgarien vor. Den osteuropäischen Ländern fortwährend mit Kritik und Ablehnung zu begegnen ist ein großer Fehler. Die Länder und die Kultur sind deutlich europäischer als die Türkei und der Geographie folgend sprechen wir hier tatsächlich von Europa. Der Kalte Krieg und die PR-Maschinerie haben leider Mauern in den Köpfen der Menschen in Europa errichtet. Es wird Zeit diese Mauern einzureißen und endlich neue Wege zu gehen. Verletzung von Menschenrechten, der Pressefreiheit und mögliche Wahlmanipulationen sind selten und in dieser Häufigkeit sind die Vorwürfe unbegründet. Putin wird gewählt weil die meisten Russen ihn respektieren und die Menschen ein stabiles Russland wollen.

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