Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2010

10:45 Uhr

Wahl

Neuer Staatspräsident für Kroatien

VonStefan Menzel

Am Sonntag treten der Sozialdemokrat Ivo Josipovic und der unabhängige Zagreber Bürgermeister Milan Bandic im zweiten und entscheidenden Wahlgang gegeneinander an - einer wird der neue kroatische Präsident. Josipovic gilt dabei als aussichtsreichster Kandidat. Die Bürger erhoffen sich von der Wahl eine Sicherung der politischen Stabilität.

Die beiden kämpfen um das Amt des Staatspräsidenten: Ivo Josipovic und Milan Bandic. ap

Die beiden kämpfen um das Amt des Staatspräsidenten: Ivo Josipovic und Milan Bandic.

WIEN. Kroatien bekommt am Sonntag einen neuen Präsidenten. Im zweiten und entscheidenden Wahlgang treten der sozialdemokratische Bewerber Ivo Josipovic und der unabhängige Zagreber Bürgermeister Milan Bandic an. Als Favorit gilt der 52-jährige Josipovic; er hatte vor zwei Wochen den ersten Wahlgang klar gewonnen, nicht aber die erforderliche absolute Mehrheit erreichen können.

Der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Media Meter zufolge kann Josipovic mit einem Stimmenanteil von 56 Prozent rechnen. Sein 54-jähriger Kontrahent Bandic käme demnach auf die übrigen 44 Prozent. Beim ersten Wahlgang Ende Dezember hatte Josipovic einen Vorsprung von 18 Punkten gegenüber seinem Mitbewerber. Nach den Erfahrungen der letzten Präsidentenwahlen reicht ein solcher Vorsprung in aller Regel aus, beim zweiten Wahlgang die absolute Mehrheit zu gewinnen.

Ganz sicher ist der Sieg des Sozialdemokraten Josipovic aber nicht. "In der zweiten Runde könnte Bandic viele Stimmen des zersplitterten rechten Lagers auf sich vereinen", sagt der Zagreber Politikwissenschaftler Zarko Puhovski. Bandic kommt ursprünglich auch aus dem oppositionellen sozialdemokratischen Lager. Seine Kandidatur um das Präsidentenamt hatte er jedoch gegen den Willen der eigenen Parteiführung durchgesetzt und war deshalb von den Sozialdemokraten ausgeschlossen worden.

Enttäuschend ist die Präsidentenwahl für die führende konservative Regierungspartei HDZ unter Ministerpräsidentin Jadranka Kosor verlaufen. Die HDZ hatte es Ende Dezember nicht geschafft, ihren Kandidaten in die Stichwahl der zwei besten Bewerber zu bringen. Bandic wird aber nicht mit der ungeteilten Zustimmung der wichtigsten Regierungspartei HDZ rechnen können. Regierungschefin Kosor hat sich gegen eine Wahlempfehlung bei der Stichwahl ausgesprochen.

Glaubwürdigkeit entscheidet

Josipovic hat auch die Unterstützung vom bisherigen Staatspräsidenten Stipe Mesic, der nach zwei Amtsperioden gemäß der Verfassung nicht erneut kandidieren darf.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×