Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.03.2012

11:34 Uhr

Wahlen in Frankreich

Sarkozy in Umfragen erstmals vor Hollande

Der französische Amtsinhaber Sarkozy holt in den Umfrage vor der Parlamentswahl auf. Erstmals liegt er für die erste Runde vor dem sozialistischen Herausforderer. In der Stichwahl würde es aber wohl anders aussehen.

Nicolas Sarkozy in einer Debattensendung im Wahlkampf. Reuters

Nicolas Sarkozy in einer Debattensendung im Wahlkampf.

ParisIm französischen Wahlkampf liegt Präsident Nicolas Sarkozy erstmals in einer Umfrage vor seinem sozialistischen Herausforderer François Hollande: In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl Ende April käme Sarkozy auf 28,5 Prozent der Stimmen, Hollande nur auf 27 Prozent, ergab eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ifop. Im zweiten Wahlgang Anfang Mai würde Hollande aber nach wie vor klar gewinnen: Der Sozialist käme demnach auf 54,5 Prozent gegenüber 45,5 Prozent für Sarkozy.

„Das ist eine Wende“, sagte Frédéric Dabi von Ifop. Doch müsse diese Entwicklung differenziert betrachtet werden: Es sei eine Ausnahmeerscheinung gewesen, dass ein amtierender Präsident im ersten Wahlgang in den Umfragen zurücklag. „Das ist ein bisschen Rückkehr zur Normalität“, sagte Dabi.

Hollandes Sprecher Manuel Valls hob hervor, dass nichts entschieden sei. Er räumte aber ein, dass der Sozialist im ersten Wahlgang möglichst weit vorn liegen sollte, „um die Dynamik und Vereinigung“ der Wähler zu schaffen.

Der Umfrage für die Medien Europe1, Paris Match und Public Sénat zufolge käme die rechtsextreme Kandidatin Marine Le Pen im ersten Wahlgang auf 16 Prozent vor dem Zentrumspolitiker François Bayrou mit 13 Prozent und dem Linkskandidaten Jean-Luc Mélenchon mit zehn Prozent der Stimmen.

Unterdessen ist auch die Hängepartie um die Wahlzulassung der rechtsextremen Partei Front National beendet. FN-Chefin Marine Le Pen hat die notwendigen 500 Unterstützer zusammen, die sie für die Zulassung zu der Wahl nachweisen muss, wie der Vorsitzende des Unterstützerkomitees, der Anwalt Gilbert Collard, am Dienstag dem Sender France Inter sagte. Le Pen hatte nur noch bis Freitag Zeit, um die 500 sogenannten Wahlpatenschaften zusammenzubekommen.

Die Wahlpaten sollen verhindern, dass es zu viele Kandidaten für Frankreichs höchstes Staatsamt gibt. Als Unterstützer können nur politische Amtsträger wie beispielsweise Bürgermeister auftreten. Mehr als 40.000 gewählte Volksvertreter auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene sind berechtigt, ihre Unterschriften für die Präsidentschaftsanwärter abzugeben.

Die FN-Chefin hatte die Verfassungsmäßigkeit der Regelung in Frage gestellt, derzufolge die Namen der Unterstützer für die Kandidaten öffentlich genannt werden müssen. Ihre Beschwerde beim Verfassungsrat dagegen scheiterte jedoch. Le Pen hatte befürchtet, dass sie die nötigen 500 Unterstützer bis zum Ablauf der Frist am 16. März nicht zusammenbekommt.

Gewählt wird in Frankreich am 22. April und am 6. Mai. Die Tochter des FN-Gründers Jean-Marie Le Pen, die in Umfragen derzeit bei etwa 16 Prozent liegt, will in Frankreich den Franc wieder einführen und die europäischen Verträge neu verhandeln.

Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

RobertSchumansErben

17.03.2012, 19:57 Uhr

Wer aufs falsche Pferd setzt, kann immer wieder erleben, irgendwann steht der Reiter auf weiter Flur alleine da. Und das ist unserer allseits "umtriebigen" Madame NO gerade widerfahren.

Chapeau, daß auch hier Hochmut vor dem Fall kommt. So gesehen, bin ich um EUropa und seinen BürgerINnen weniger um den Schlaf gebracht. Manche Maßnahmen gehen von selbst nach hinten los.

Vor allen Dingen sollten wir das Wegloben von Schäble irgendwie noch in den Griff bekommen dürfen, damit ein weiter so Deutschland einfach unterbleibt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×