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07.05.2012

14:25 Uhr

Wahlen in Serbien

Sozialisten feiern ihre Auferstehung

Die Sozialisten haben ihr starkes Abschneiden bei der serbischen Parlamentswahl gefeiert. Ihr Vorsitzender Dacic will nun sogar Ministerpräsident werden. Stärkste Kraft wurde die nationalistische Fortschrittspartei.

Sozialisten-Chef Dacic (l.) will Serbiens Ministerpräsident sein. dapd

Sozialisten-Chef Dacic (l.) will Serbiens Ministerpräsident sein.

BelgradDie Sozialisten des früheren Machthabers Slobodan Milosevic sind nach den Wahlen in Serbien zum Königsmacher in den Koalitionsverhandlungen avanciert. Der Parteivorsitzende Ivica Dacic kündigte am Montag sogar an, er werde der nächste Ministerpräsident des Landes. Dabei kam seine Partei bei der Parlamentswahl mit 45 Sitzen nur auf Rang drei. Stärkste Kraft wurde die nationalistische Fortschrittspartei (SNS) mit 73 Sitzen vor der regierenden prowestlichen Demokratischen Partei (DS).

Die Sozialisten verdoppelten bei der Wahl ihren Stimmenanteil im Vergleich zur letzten Abstimmung und erreichten ihr bestes Ergebnis seit dem Sturz von Milosevic im Jahr 2000. „Wir sind aus der Asche auferstanden“, sagte Dacic bei der Siegesfeier am Sonntagabend. „Auch wenn wir noch nicht wissen, wer der nächste Präsident Serbiens wird, glaube ich doch, dass wir wissen, werde der nächste Ministerpräsident wird.“

Die Präsidentenwahl, die gleichzeitig mit der Parlamentswahl stattfand, muss in einer Stichwahl entschieden werden. Amtsinhaber Boris Tadic von der DS kam auf 26,7 Prozent, sein nationalistischer Herausforderer Tomislav Nikolic auf 25,5 Prozent. Beobachter erwarteten, dass die Sozialisten zunächst das Ergebnis der Stichwahl in zwei Wochen abwarten, bevor sie über eine Regierungskoalition entscheiden.

Die Sozialisten der SPS bildeten bisher gemeinsam mit der Demokratischen Partei die Regierung. Sie unterstützten dabei die EU-Integration und die Versöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern auf dem Balkan. Im Wahlkampf verschärfte Dacic jedoch seinen Ton. Tadic erklärte, er werde sich bei der Regierungsbildung nicht von den Sozialisten erpressen lassen.

Bei den Wahlen ging es insbesondere um den Europakurs des Landes. Tadic hat sich für eine rasche Aufnahme Serbiens in die Europäische Union ausgesprochen. Nikolic sagte, er wolle das Land "im Westen und im Osten" verankert sehen. Allerdings solle Serbien kein EU-Mitglied werden, wenn die Union verlange, dass das Land seinen Anspruch auf das Kosovo aufgebe. „Der Sieg ist in Reichweite. Wir werden eine neue Regierung und einen neuen Präsidenten haben“, sagte Nikolic.

Serbien: Stichwahl nötig

Video: Serbien: Stichwahl nötig

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dapd

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