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28.10.2011

14:51 Uhr

Wahlen in Tunesien

Parteianhänger setzen Rathaus in Brand

Die Wahlleitung in Tunesien hat eine Partei von der Wahlliste gestrichen. Deren Anhänger rebellierten daraufhin in der Geburtstadt der Revolution und versuchten den Sitz der Regionalregierung zu stürmen.

In Sidi Bouzid - der Geburtstadt der Revolution in Tunesien - wurde gewählt. Jetzt kommt es dort zu Ausschreitungen. Reuters

In Sidi Bouzid - der Geburtstadt der Revolution in Tunesien - wurde gewählt. Jetzt kommt es dort zu Ausschreitungen.

TunisWenige Stunden nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses ist es in der Geburtsstadt der tunesischen Revolution zu Ausschreitungen gekommen. Anhänger einer nachträglich von der Wahl ausgeschlossenen Partei setzten Augenzeugen zufolge in Sidi Bouzid das Rathaus in Brand und versuchten am Freitag den Sitz der Regionalregierung zu stürmen.

Die neue Übergangsregierung wird nach dem offiziellen Ergebnis der Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung künftig von einer gemäßigt-islamistischen Partei geführt. Die Partei Ennahda hat versichert, die Rechte der Frauen zu achten und der Gesellschaft keinen islamischen Verhaltenskodex aufzustülpen.

Die Proteste am Freitag standen offenbar nicht in einem direkten Zusammenhang mit dem Wahlerfolg der Islamisten. Anhänger der viertplatzierten Volksliste demonstrierten vielmehr dagegen, dass die Partei von der Wahlleitung wegen mutmaßlicher Vergehen bei der Wahlkampffinanzierung ausgeschlossen hatte.

Sidi Bouzid ist die Hochburg der Partei, die von dem Unternehmer Hachmi Hamdi geführt wird. Dieser unterstützte früher den im Januar gestürzten autokratisch regierenden Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali. In Sidi Bouzid bereitete vor zehn Monaten der Gemüsehändler Mohamed Bouazizi mit seiner Selbstverbrennung den Protesten den Weg, die im Januar zum Sturz Ben Alis führten und den „Arabischen Frühling“ in Gang setzten.

„Das Militär versucht, die Leute mit Schüssen in die Luft und Tränengas auseinanderzutreiben“, sagte Augenzeuge Attia Athmouni der Nachrichtenagentur Reuters in einem Telefonat. Bereits in der Nacht war es in der einstigen Revolutionshochburg zu Ausschreitungen gekommen. Die Behörden verhängten nach Informationen aus dem Innenministerium für die Nacht eine Ausgangssperre über die Stadt.

Kommentare (1)

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28.10.2011, 15:35 Uhr

Es ist leicht, Rechte zu achten, die kaum vorhanden sind.

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