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24.10.2011

00:16 Uhr

Wahlen in Tunesien

Wählermassen übertreffen alle Erwartungen

Als die Tunesier ihren Präsidenten verjagten, war der Beifall für den Mut der Massen groß. Am Sonntag gab es das zweite historische Ereignis des Jahres: Die ersten freien Wahlen der Staatsgeschichte.

Das politische Angebot war riesig und unübersichtlich. Allein in den beiden Wahlkreisen in der Hauptstadt Tunis sind jeweils rund 80 Listen zugelassen worden. Für die 217 Sitze in der Versammlung kandidierten insgesamt 11.618 Kandidaten. dapd

Das politische Angebot war riesig und unübersichtlich. Allein in den beiden Wahlkreisen in der Hauptstadt Tunis sind jeweils rund 80 Listen zugelassen worden. Für die 217 Sitze in der Versammlung kandidierten insgesamt 11.618 Kandidaten.

TunisZur ersten freien Wahl in der Geschichte Tunesiens ist die Bevölkerung des nordafrikanischen Landes an die Urnen geströmt. Von den 4,1 Millionen registrierten Bürgern hätten mehr als 90 Prozent ihre Stimme abgegeben, sagte ein Vertreter der Wahlaufsicht am Abend. Schon am frühen Morgen hatten sich mehrere Hundert Meter lange Schlangen vor den Wahllokalen in verschieden Teilen des Landes gebildet.

Gewählt wurde eine verfassungsgebende Versammlung, die im Laufe eines Jahres das neue Grundgesetz ausarbeiten soll. Die Versammlung hat auch den Auftrag, eine Übergangsregierung zu bestimmen und die Präsidenten- und Parlamentswahlen vorzubereiten.

Den größten Chancen bei der Wahl werden der islamistischen Partei Ennahda eingeräumt. Unter dem nach Massenprotesten der Bevölkerung gestürzten langjährigen Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali war die Partei verboten.

Bereits am späten Nachmittag wurde die Wahlbeteiligung auf knapp 70 Prozent geschätzt. „Das ist ein Tag der Freude und des Stolzes“, kommentierte der derzeitige Interimsstaatschef Foued Mebazaa. Ein vorläufiges Endergebnis wird für Montag erwartet.

„Es ist ein historischer Tag, ein Augenblick der Freude und des Jubels. Selbst wenn ich 24 Stunden anstehen müsste, würde ich die Chance diesen Duft der Freiheit auszukosten, nicht aufgeben“, sagte der frühere politische Gefangene Touhami Sakouhi.

Sowohl in Tunesien als auch im Ausland wurden die Wahlen als wichtiges Bewährungsprobe für die Revolutionsbewegung in der ganzen arabischen Welt gewertet. Im Januar hatten die Tunesier als erstes Volk in der Region erfolgreich gegen die autoritäre Herrschaft ihrer Führung rebelliert. Seitdem auch die Ägypter und Libyer ihre Langzeitherrscher stürzten, gilt Tunesien als Mutterland des „arabischen Frühlings“.

Mit Spannung wird nun vor allem erwartet, welches politische Lager in der verfassungsgebenden Versammlung die Mehrheit stellen wird. In letzten Umfragen lag die islamistische Ennahdha-Bewegung von Rachid Ghannouchi mit bis zu 30 Prozent der Stimmen klar vorn. Sie war unter Ben Ali verboten und ist in der Bevölkerung stark umstritten.

Kommentare (1)

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Islam

24.10.2011, 23:19 Uhr

Warum Angst vor dem Islam?der Iaslam ist nicht schlecht wenn er richtig gelebt wird.Was ist daran schlecht wenn man mehr als eine Frau Heiraten kann?jedenfalls besser als mit unzähligen Frauen ins Bett zu gehen und nur mit einer Frau Verheiratet zu sein.Was ist schlecht wenn die Frau ein Kopftuch tägt?als nicht Moslem,ich bin auch kein Moslem,ist das nicht so leicht zu verstehen aber deshalb ist es nicht schlecht.

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