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06.10.2012

09:42 Uhr

Wahlen in Venezuela

Chavez kämpft um seine vierte Amtszeit

Der Wahlkampf in Venezuela ist offiziell vorbei. Dieses Mal könnte es für Staatschef Chávez eng werden, denn sein Herausforderer ist ein ernstzunehmender Gegner. Doch die Wahl wird von mehreren Morden überschattet.

Hugo Chavez. dapd

Hugo Chavez.

CaracasSollte „El Comandante“ Hugo Chavez noch einmal gewinnen und die Amtszeit von sechs Jahren bis 2019 gesundheitlich durchstehen, dann wäre er 20 Jahre im Amt. In Lateinamerika ist das eine rekordverdächtige Zeit, sieht man mal von seinem Ziehvater und Freund Fidel Castro auf Kuba ab, der die sozialistische Karibikinsel insgesamt 50 Jahre lang eisern auf Kurs hielt. Sein Herausforderer Henrique Capriles Radonski will zwei Jahrzehnte Chavez unbedingt verhindern. „Was in 14 Jahren nicht geschafft wurde, wird auch in sechs weiteren nicht erreicht“, lautet sein Fazit. Am 7. Oktober haben die Venezolaner nun die Wahl.

Die Umfragen lassen keinen wirklichen Schluss darauf zu, wer am Sonntag die Nase vorn hat. Einige geben dem 58-jährigen Ex-Oberstleutnant Chavez einen nahezu uneinholbaren Vorsprung von bis zu 20 Prozentpunkten, was selbst für einige Chavistas eher unglaubwürdig ist. Andere sehen ein Patt voraus, wieder andere attestieren dem erst 40-jährigen Ex-Gouverneur Capriles sogar einen Vorsprung vor Chávez. Entscheiden werden 18,9 Millionen wahlberechtigte Venezolaner, die in fast 14 000 Wahlzentren im ganzen Land an den Wahlautomaten ihren nächsten Präsidenten für die Zeit von 2013 bis 2019 bestimmen.

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Allerdings ist Chavez mit dem Oppositionspolitiker Capriles erstmals ein ernstzunehmender Gegner erwachsen. Denn der 40-jährige Jurist hat es in den vergangenen Monaten nicht nur geschafft, die zersplitterte Opposition in dem ölreichen Land hinter sich zu vereinen. Ihm ist vor allem gelungen, immer mehr Venezolaner auf die Schattenseiten des von Chavez propagierten Sozialismus' im 21. Jahrhundert aufmerksam zu machen, allen voran die hohe Arbeitslosigkeit und die zunehmende Kriminalität.

So wurde der Wahlkampf zuletzt durch die Ermordung von drei Oppositionspolitikern aus dem Capriles-Lager überschattet. Die Schüsse am vergangenen Wochenende schürten die Furcht der Venezolaner vor noch mehr Gewalt in dem südamerikanischen Land, das eine der höchsten Mordraten weltweit hat.

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Mit seiner Verstaatlichungspolitik hat Chavez nach 14 Jahren an der Macht die Bevölkerung gespalten. Auf der internationalen Bühne ist der ehemalige Offizier zu einem der umstrittensten Politiker geworden. Bei jeder Gelegenheit stilisiert er sich als Kämpfer für die Unterdrückten, sein Image als Erzfeind der USA pflegt er mit Leidenschaft. So beschimpfte Chavez George W. Bush in der UN-Vollversammlung als Teufel. Ungeachtet dessen sind die Vereinigten Staaten immer noch der wichtigste Käufer von venezolanischem Öl. Mit den Petro-Dollars finanziert Chavez wiederum einen Großteil seiner Sozialprogramme.

Kommentare (2)

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dusammgelaufen

06.10.2012, 10:53 Uhr

die mehrheit der bürger weiß wqs sie an ihm hat

da dürfen die neoliberalen auch ein bischen hoffen

DERRichter

08.10.2012, 05:14 Uhr

Die Spatzen in Caracas pfeifen es bereits von den Dächer: Chavez hat mit einem zweistelligen Prozentevorsprung gewonnen und den Neoliberalen weltweit gezeigt, was eine Harke ist. Viva El Commandante Chavez. Untergehen muss nur die böse FDP!

Der Richter um 5:12 Morgens am 8.10.2012

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