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16.03.2012

14:13 Uhr

Wahlkampf in Frankreich

Sozialist Hollande macht Front gegen Merkel

Im französischen Wahlkampf geht es heiß her. Sarkozy-Herausforderer Hollande fühlt sich düpiert von Angela Merkels Einfluss in Europa. Bei einem Wahlsieg will er sich nicht um die „roten Linien“ der Deutschen scheren.

Francois Hollande beim TV-Auftritt auf dem Sender France 2. Reuters

Francois Hollande beim TV-Auftritt auf dem Sender France 2.

ParisDer französische Präsidentschaftskandidat François Hollande macht im Wahlkampf Front gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). In einem Fernsehinterview kündigte der Herausforderer von Präsident Nicolas Sarkozy an, dass er sich im Fall eines Wahlsiegs nicht um „rote Linien“ der Bundesregierung scheren werde. „Es ist nicht Madame Merkel, die im Namen aller Europäer entscheidet“, sagte der sozialistische Spitzenpolitiker am Donnerstagabend im TV-Sender France 2. Er sei nicht in einer Position der Unterwürfigkeit.

Im Fall eines Machtwechsels in Frankreich will sich Hollande unter anderem für eine Ausweitung der EZB-Aufgaben starkmachen. „Die Europäische Zentralbank verleiht Geld an Banken, aber nicht an Staaten. Darüber werden wir zu diskutieren haben“, sagte der in Umfragen führende Hollande. Er wisse, dass dies für die Deutschen eine „rote Linie“ sei.

Hollande wiederholte zudem seine Ankündigung, den neuen EU-Sparpakt in der vorliegenden Fassung stoppen zu wollen. „Wenn ich zum Präsidenten gewählt werde und wenn es ein neues Parlament gibt, wird dieser Vertrag nicht ratifiziert werden können“, sagte er. Auch dies ist eine Kampfansage in Richtung Berlin und Brüssel. Die Bundesregierung und zahlreiche andere EU-Staaten lehnen weitere Verhandlungen über den Fiskalpakt strikt ab.

Mit seinen Äußerungen spielte Hollande auch auf das Verhältnis seines Kontrahenten Sarkozy zu Kanzlerin Merkel an. Dem amtierenden Staatschef wird von der Opposition seit Monaten vorgeworfen, vor der deutschen Regierungschefin zu kuschen.

In den Umfragen liegt der von der SPD unterstützte Hollande seit Monaten deutlich vor Sarkozy. Nach am Donnerstag veröffentlichten Zahlen würde er in einer Stichwahl derzeit 54 Prozent der Stimmen holen. Die französische Präsidentenwahl beginnt am 22. April mit dem ersten Wahlgang. Die Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten, die in der ersten Runde am besten abgeschnitten haben, findet am 6. Mai statt.

Von

dpa

Kommentare (5)

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faelltnichtsein

16.03.2012, 14:36 Uhr

Sollte das von ihm gefordert tatsächlich umgesetzt werden, hoffe ich, vermutlich vergebens, dass unsere Regierung genug Selbstachtung und Würde besitzt um das Projekt Euro endgültig einzustampfen...

Es ist lächerlich und beschähmend wie oft rote Linien überschritten wurden ohne jedwede Konsequenz, kein Wunder das uns keiner ernst nimmt...

Wahlkampf

16.03.2012, 15:27 Uhr

Gestern wollten französische Stahlarbeiter ein Büro von Sarkozy besetzen. Hierbei kam es zu Strassenschlachten mit der Polizei. Die Stahlarbeiter fühlen sich von ihm betrogen, weil er nichts macht gegen Arcelor-Mittal, die u.A. ein Werk im Nordosten Frankreichs schliessen wollen. Arcelor-Mittal hat saftige Subventionen von der EU bekommen zum Erhalt der Arbeitsplätze.

Account gelöscht!

16.03.2012, 16:04 Uhr

Ich hoffe sehr, dass diesen Hollande gewinnt.
Dann ist diese unselige Euro-Fiskalunion, bei der die dummmen Deutschen sich grundsätzlich widerstandslos über den Tisch ziehen lassen, noch schneller am Ende.

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