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18.01.2013

16:31 Uhr

Wahlkampf in Italien

Berlusconi zieht Monti davon

VonKatharina Kort

Trotz prominenter Unterstützer halten sich die Spenden für Mario Montis Wahlkampagne in Grenzen. Nun will er sich durchs professionelles Fundraising Profi-Berater leisten. Nur so kann er gegen Silvio Berlusconi bestehen.

Mario Monti muss sich im Wahlkampf mit Medienmogul und Kommunikationsgenie Silvio Berlusconi messen. Reuters

Mario Monti muss sich im Wahlkampf mit Medienmogul und Kommunikationsgenie Silvio Berlusconi messen.

MailandEs ist ein wenig wie David gegen Goliath. Auf der einen Seite Mario Monti, der Außenseiter, der ehemalige EU-Kommissar, der zwar 14 Monate als Premierminister das Land geführt hat, aber keine Erfahrung mit öffentlichen Wahlen und den Umgang mit der breiten Masse hat. Auf der anderen Seiten das Milliarden-schwere Kommunikationsgenie Silvio Berlusconi.

Mario Monti kann zwar auf die Unterstützung bekannter Namen wie dem des Ferrari-Präsidenten Luca Cordero Montezemolo mit seiner Bewegung Italia Futura zählen. Aber die Unterstützung vieler Italiener ist bisher eher moralisch als finanziell. Nach einem Bericht des Corriere della Sera sind derzeit nur noch knapp vier Millionen Euro in der Kasse der Bewegung, die Monti bei den bevorstehenden Wahlen Ende Februar unterstützt. Nicht genug, um gegen Silvio Berlusconi zu bestehen, der jeden Auftritt im Fernsehen von einer Herrschar von Beratern und Journalisten vorbereiten lässt.

Montis Reformen

Rentenreform

Gleich nach Amtsantritt hat Regierungschef Mario Monti mit Arbeitsministerin Elsa Fornero die Rentenreform mit späterem Renteneintritt durchgesetzt. Die Höhe der Rente hängt künftig stärker von den gezahlten Beiträgen ab. Das Eintrittsalter wird regelmäßig der Lebenserwartung angepasst. Die Reform gilt als Erfolg.

Liberalisierungen

Die Regierung hat verschiedene Berufe wie Notare, Apotheker und Tankstellenbetreiber liberalisiert. Viele blieben jedoch außen vor. Noch immer regeln Kammern mit teuren Beiträgen viele Berufe und erschweren Neuzugänge. Die Reform gilt als unzureichend.

Arbeitsmarktreform

Mit ihrer Reform des Arbeitsmarktes hat die Regierung Monti den Kündigungsschutz gelockert, Abfindungszahlungen reduziert und das Recht auf Wiedereinstellung beschnitten.

Korruptionsbekämpfung

Die Regierung verlängert die Verjährungsfristen und erhöht die Strafen für die stark verbreitete Korruption.

Monti meistert die verschiedenen Talkshow-Auftritte bisher größtenteils selbst. Das gibt ihm etwas authentisches, doch Kommunikationsprofis dürfte es manchmal kalt den Rücken runterlaufen. Seine Wahlliste hat zwar mittlerweile einen eigenen Namen: „Scelta Civica: Con Monti per l `Italia“ – „Zivile Wahl: mit Monti für Italien“. Und der 69-jährige Ökonomie-Professor twittert auch seit einiger Zeit täglich und füllt seit dieser Woche sogar seine Facebook-Seite mit aktuellen Inhalten. Aber eine wahre Kampagne des zurückgetretenen Ministerpräsidenten hat bisher noch nicht begonnen. Dem Vernehmen nach ist Monti derzeit mit dem britischen Werbe-und Kommunikationsgiganten Wwp im Gespräch. Doch das kostet.

Ein Fundraising alla americana soll es möglich machen. Mit kostenpflichtigen Abendessen und Online-Kollekte will Monti angeblich bis zu zehn Millionen einsammeln, die später dank der erhaltenen Stimmen als Wahlkampferstattung zumindest teilweise zurückfließen werden.

Geld haben seine Unterstützer. Zu ihnen gehören klanghafte Namen wie der des Gründers und Besitzers der Edel-Schuhfirma Tod`s, Diego della Valle, der des Pirelli-Chefs und Großaktionärs Marco Tronchetti Provera, und der der Fiat-Gründer-Familie Agnelli. Nun müssen sie nur noch Hand an die Geldbörse legen.

Kommentare (7)

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Glaskugel

18.01.2013, 16:54 Uhr

Lieber geile Ministerinen unter Berlusconi als dieser blutleere Bilderberg Kandidat und Leiter der südeuropäischen Aussenstelle von Goldman Sucks. Ne ehrlich einer schlimmer wie der andere, genauso wie bei uns hier.

supporter

18.01.2013, 17:05 Uhr

Berlusconi hatte wenigstens einen guten Unterhaltungswert! Der graue Monti langweilt nur und würgt die Italienische Konjunktur ab!

Account gelöscht!

18.01.2013, 20:56 Uhr

Und Deutschland darf dann diesen "Unterhaltungswert" finanzieren. Aber sie sind wahrscheinlich auch einer, der von den Leistungsträgern durchgefüttert wird. Man muss sich wirklich fragen, welches Volk mehr verblödet ist, das Deutsche oder das Italienische, aber beide liefern sich sicher ein Kopf an Kopf-Rennen um den Dummheitsolymp

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