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25.05.2014

23:51 Uhr

Wahlnacht im Netz

Die Weinkarte der AfD und Marine Le Voldemort

VonSteffen Daniel Meyer

AfD-Chef Lucke bezeichnet seine Partei als neue Volkspartei und erntet Häme auf Twitter. In der Wahlnacht dreht sich im sozialen Netzwerk viel um die deutschen EU-Kritiker. Mehr Wirbel verursacht nur der Front National.

Ständig attackiert von allen Seiten: AfD-Chef Bernd Lucke. ap

Ständig attackiert von allen Seiten: AfD-Chef Bernd Lucke.

DüsseldorfEines muss man den neuen EU-kritischen, EU-skeptischen und anti-EU-Parteien lassen: Sie polarisieren und sorgen für Gesprächsstoff. In den sozialen Netzwerken konnte man das in der Europa-Wahlnacht ganz genau nachvollziehen. Die Seite electionsnight2014.eu/twitterdashboard liefert durchgängig Infos, worüber die Nutzer mit dem Europawahl-Hashtag #EP2014 so plaudern. Als die Wahlprognosen für Deutschland erschienen, ging es vor allem um die #AfD - die meisten Äußerungen waren nicht unbedingt positiv, wie auch @Mario_WL feststellte.

Häme erntete AfD-Parteichef Lucke vor allem für seine Äußerung, seine Partei sei als neue Volkspartei aufgetreten.

Auch die Getränkekarte auf der Wahlparty der AfD fand besondere Beachtung:

Einige Unterstützer der Partei meldeten sich jedoch ebenfalls zu Wort:

Größeren Aufruhr als die AfD verursachte dann jedoch der Wahlsieg des rechtsextremen Front National in Frankreich - das EU-Land, in dem auch am meisten über die Wahl getwittert wurde. Der Hashtag #FN drängte alles andere in den Hintergrund, als bekannt wurde, dass Marine Le Pens Partei die Wahl in Frankreich gewonnen hat. Einer der am meisten verbreiteten Tweets zeigt eine Photoshop-Montage, bei der der Künstler Le Pen mit Harry-Potter-Bösewicht Voldemort verschmolzen hat.

Der Twitter-Nutzer @chdelporte fühlte sich an 1984 erinnert, als Le Pens Vater Jean-Marie mit seiner Partei 10 Prozent bei den Europawahlen holte.

Auch die linksradikale Syriza, die klarer Sieger bei den Wahlen in Griechenland wurde, sorgte für Aufregung. Im Gegensatz zu den anderen Parteien überwogen bei den Twitter-Nutzern eher positive Äußerungen.

Die ARD bekam dafür umso mehr auf die Finger, als sie über die Partei berichtete.

Das große Interesse der Twitter-Nutzer galt im Großen und Ganzen jedoch den rechten Parteien wie zum Beispiel die FPÖ aus Österreich und die Wahren Finnen in Finnland. Am einfachsten lässt sich das an der Anzahl der Retweets dieses Beitrags erkennen:

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