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04.02.2008

07:31 Uhr

Wahlsieger will Serbien nach Europa führen

Tadic gewinnt Wahl in Serbien

Bei der Präsidentenwahl in Serbien hat der pro-westliche Amtsinhaber Boris Tadic einen knappen Sieg errungen. Die Abstimmung galt als Richtungswahl über den Kurs des Landes nach einer Unabhängigkeit des Kosovo. Herausforderer Nikolic gestand unterdessen seine Niederlage ein.

Die EU begrüßte die Wiederwahl des serbischen Präsidenten Boris Tadic. Foto: ap ap

Die EU begrüßte die Wiederwahl des serbischen Präsidenten Boris Tadic. Foto: ap

HB BELGRAD.Tadic will unabhängig von den Entwicklungen in der südserbischen Provinz an der Annäherung an die Europäische Union festhalten. Nach vorläufigen Ergebnissen der Wahlkommission stimmten am Sonntag rund 50,5 Prozent der Bürger für Tadic. Der ultranationalistische Herausforderer Tomislav Nikolic räumte noch am Wahlabend seine Niederlage ein.

„Wir wollen nach Europa gehen. Wir wollen mit der Welt zusammenarbeiten“, rief Tadic seinen jubelnden Anhängern in der Innenstadt von Belgrad zu. „Wir wollen den Menschen im Kosovo sagen, dass wir sie niemals im Stich lassen werden. Wir müssen zusammenarbeiten, um Serbiens Möglichkeiten voll auszuschöpfen“, erklärte der Sieger. Die Wahlbeteiligung lag bei 67 Prozent und damit deutlich über den 61 Prozent der ersten Wahlrunde, bei der Herausforderer Nikolic noch mit 40 zu 35,4 Prozent vor Tadic gelegen hatte.

Die EU begrüßte die Wiederwahl von Tadic. Man sei erfreut darüber, dass das serbische Volk offenbar den demokratischen und europäischen Kurs des Landes unterstütze, teilte die slowenische EU-Ratspräsidentschaft mit. Gleichzeitig erneuerte die EU ihr Bekenntnis einer europäischen Perspektive für Serbien. Die EU hatte Serbien kürzlich verbesserte Einreisebedingungen und ein Freihandelsabkommen angeboten. Ein Assoziierungsabkommen als erster Schritt hin zur EU-Mitgliedschaft liegt aber auf Eis.

Die Kosovo-Albaner dürften nun bald ein Datum für ihre einseitige Unabhängigkeitserklärung setzen. Sie werden Kreisen zufolge wohl einige Wochen warten und damit der EU entgegenkommen. Die südserbische Provinz steht seit dem Krieg 1999 unter UN-Verwaltung.

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