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13.03.2013

15:36 Uhr

Wahlsiegerin kündigt Kurswende an

Grönland bohrt gigantischen Rohstoffschatz an

VonGerd Braune

Der Traum vom Wohlstand hat der Sozialdemokratin Hammond den Wahlsieg eingetragen: Sie will dafür sorgen, dass Grönlands Rohstoffe den eigenen Bürgern zugute kommen. Tatsächlich sitzt das Volk auf einem riesigen Schatz.

Aleqa Hammond, die designierte Regierungschefin Grönlands. dpa

Aleqa Hammond, die designierte Regierungschefin Grönlands.

Noch sind Fische und Eismeergarnelen Grönlands wichtigste Exportgüter. Doch das soll sich auf der nach Unabhängigkeit von Dänemark strebenden Insel zwischen Atlantik und Arktischem Ozean bald ändern: Bodenschätze, die in Grönlands eisfreien Küstenstreifen lagern, sollen erschlossen werden, den Wohlstand der Bevölkerung mehren und zur Finanzierung der Souveränität beitragen.

Mit dem Versprechen, diesen Reichtum für die Bewohner zu erschließen, hat die Sozialdemokratin Aleqa Hammond die Parlamentswahl auf der riesigen Polarinsel mit nur 57 000 Einwohnern souverän gewonnen. Die künftige Regierungschefin will mehr von ausländischen Investoren verlangen, aber auch das bislang herschende Abbauverbot für Uran und Seltene Erden lockern. Hammond schlug mit ihrer Partei Siumut den bisherigen linkssozialistischen Regierungschef Kuupik Kleist bei der Parlamentswahl klar, wurde am Mittwoch in der Hauptstadt Nuuk mitgeteilt wurde.

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Hammond hatte im Wahlkampf dem bisherigen Regierungschef einen voreiligen Verkauf heimischer Ressourcen an chinesische Interessenten vorgeworfen. Dieser hatte unter anderem durchgesetzt, dass der grönländische Mindestlohn für mehrere tausend chinesische Bergarbeiter in einem geplantem Erzbergwerk nördlich von Nuuk außer Kraft gesetzt werden kann.

Hammond kündigte noch in der Wahlnacht an, sie werde diese Regelung im neuen Parlament erneut zur Abstimmung stellen. Außerdem will sie eine höhere Besteuerung ausländischer Investoren durchsetzen. Hammond tritt aber auch für eine Lockerung des bisher kompletten Abbau-Verbotes für Uran sowie für „Seltene Erden“ ein, die für Hightech-Produkte wichtig sind.

Die Grönlander sind mit der Ex-Kolonialmacht Dänemark seit 2009 nur noch in einer „Reichsgemeinschaft“ verbunden. Sie entscheiden selbstständig über alle Belange bis auf die Außen- und Sicherheitspolitik. Die Hälfte der muss Grönland aber bislang immer noch durch Zuschüsse aus Kopenhagen decken. Dabei gibt es einen naheliegenden Ausweg: die eigenen Bodenschätze, die im Zuge des Klimawandels sehr viel erreichbarer geworden sind.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

13.03.2013, 15:58 Uhr

Die machen's richtig: Sich erst jahrzehntelang von Dänemark und der EU päppeln lassen und wenn Reichtum droht schnell die EUdssr verlassen.

Am Ende bleibt nur ein Depp als Zahlmeister zurück: D!

vandale

13.03.2013, 15:59 Uhr

In Grönland enthalten viele mineralische Erze ähnlich wie im Erzgebirge Uran in recht hoher Konzentration. Die vorangegangene Regierung fand das ganz furchtbar so dass einige Minenprojekte unterblieben.

Das hat nichts mit dem Klimawandel zu tun, der dafür gesorgt hat, dass es keinen Schnee mehr in Deutschland gibt*.

Vandale

*Ende der 90er Jahre hatten die Klimaschwindler vorhergesagt, dass es in Kürze keine kalten schneereichen Winter mehr in D gäbe.

Radiputz

13.03.2013, 16:14 Uhr

Verdammt, hier ist es heute so kalt wie im März 1963 als Rhein und Bodensee zugefroren waren. Ich kann mich gut erinnern.
Wenn Grönland auftaut, frieren wir hier offenbar zu.
Je "wärmer" es wird, desto kälter wird es.
Das nennt man "coincidentia oppositorum"
Das Klima ist "komplex" LOL

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