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30.01.2012

00:14 Uhr

Wall-Street-Proteste

Zahl der verhafteten „Occupy“-Demonstranten in Kalifornien steigt

Die Proteste der Kapitalismuskritiker der „Occupy“-Bewegung haben am Wochenende neuen Schwung bekommen: Eine Aktion in Kalifornien eskalierte in Strassenschlachten mit der Polizei und endete mit 400 Verhafteten.

Polizisten verhaften einen der Demonstranten in Oakland, Kalifornien. AFP

Polizisten verhaften einen der Demonstranten in Oakland, Kalifornien.

OaklandNach der Randale von Occupy-Aktivisten haben die Bürgermeisterin und Stadtbeamte von Oakland bei San Francisco am Sonntag den Schaden im Rathaus inspiziert. Die Demonstranten hatten sich am Samstag Straßenschlachten mit Polizisten geliefert und waren in das Rathaus der Stadt eingebrochen.

Die kalifornische Polizei nahm fast 400 Aktivisten fest. Mindestens drei Polizisten und ein Demonstrant wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt. Die Aktivisten hätten im Rathaus Schaukästen eingeschlagen, Graffiti gesprüht und die amerikanische und die kalifornische Flagge verbrannt, sagte Bürgermeisterin Jean Quan bei einer Pressekonferenz am Samstagabend (Ortszeit).

Sie forderte die Anhänger der Bewegung auf, Oakland nicht als „Spielplatz“ zu missbrauchen. Am Sonntag bezifferte Quan den Schaden, den die Aktivisten seit Oktober durch Vandalismus angerichtet hätten, mit zwei Millionen Dollar (1,5 Millionen Euro). Die Kosten für die Stadt durch die andauernden Proteste lägen bei fünf Millionen Dollar, sagte sie.

Bereits am Samstagnachmittag waren zahlreiche Demonstranten nach Straßenschlachten mit Polizisten in Gewahrsam genommen worden. Die Beamten gingen mit Tränengas und Blendgranaten gegen einige der Aktivisten vor. Diese bewarfen die Polizisten mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen. Demonstranten hätten auch Teile einer Absperrung niedergerissen, hieß es.

Interims-Polizeichef Howard Jordan sagte, fast 400 Aktivisten seien festgenommen worden. Die Vorwürfe reichten von der Weigerung, die Kundgebung aufzulösen, bis hin zu Vandalismus. Etwa hundert Polizisten umstellten am Samstagabend das Rathaus der Stadt, in das 50 Demonstranten eingebrochen waren.

Andere Aktivisten versuchten, eine Einrichtung einer Jugendorganisation zu besetzen. Zur Verstärkung wurden am späten Abend Beamte aus anderen Polizeibezirken mit Bussen ins Zentrum von Oakland gebracht. Nach Angaben der Polizei begann die Kundgebung auf den Straßen von Oakland am Samstagmorgen mit rund 200 Teilnehmern, im Laufe des Tages stieg die Zahl Schätzungen zufolge auf 1.000 bis 2.000.

Die Occupy-Aktivisten hatten zuvor angekündigt, ein leerstehendes Tagungszentrum in der Stadt besetzen zu wollen. Sie hatten auch damit gedroht, den Hafen von Oakland zu blockieren und den Flughafen der Stadt zu besetzen. Am Sonntagmorgen war die Lage um das Rathaus in Oakland weitgehend ruhig. Es war unklar, ob Demonstranten für den Tagesverlauf weitere Proteste geplant hatten.

100 Festnahmen bei Occupy-Protesten

Video: 100 Festnahmen bei Occupy-Protesten

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Die Anti-Wall-Street-Proteste waren im vergangenen Jahr in New York entstanden. Dort gingen Anhänger wochenlang gegen ungleich verteilten Reichtum und die Macht der Großbanken auf die Straße. Zugleich bildeten sich Zeltlager, die weltweit Nachahmer fanden. Nach Auflösung der Stätten Ende des Jahres flauten die Proteste ab.

Von

dapd

Kommentare (3)

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Lutz

29.01.2012, 14:29 Uhr

Die Auslegung der Eigenschaft "Gier" durch das neoliberale Gesindel in der heutigen Gesellschaft schafft mehr und mehr Verlierer.

Aber eine Hoffnung habe ich und ich sehe sie zusammen mit dem Licht am Ende des Tunnels:

Irgendwann ist es genug, und dann wird sich auf der Strasse nicht mehr damit abgefunden, dass es nur mit natürlicher "Gier" zu etwas gebracht werden kann.
Dann gibt es die Rache des Volkes, die dann sehr reinigend wirkt.
Und darauf freue ich mich schon...

Baal

29.01.2012, 23:32 Uhr

Jetzt werden sie noch KRIMINALIESIERT!!!TYPISCH!!!!So machen es alle Regierungen,weil sie alle unter einer Decke stecken!

Baal

30.01.2012, 12:55 Uhr

Lutz da hast du Recht aber sowas ist immer sehr,sehr schmutzig! Schlimm ist es nur, dass es nicht anderes geht.

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