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18.03.2014

12:28 Uhr

„Warnsignal“

US-Firmen sind keine Fans der Energiewende

Skepsis wegen der deutschen Energiewende: Laut einer Studie sehen 71 Prozent US-amerikanischer Firmen in den sich ergebenden Energiekosten ein Risiko. Dennoch wollen sie künftig in Deutschland mehr investieren.

AmCham-Präsident und Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes (l) mit Ehrenpräsident Fred Irwin. dpa

AmCham-Präsident und Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes (l) mit Ehrenpräsident Fred Irwin.

BerlinDie US-Unternehmen in Deutschland sorgen sich wegen der Energiewende um ihr Geschäft. 71 Prozent sehen in steigenden Energiekosten ein Risiko für die Attraktivität des Standorts, teilte die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (Amcham Germany) am Dienstag zu ihrer Umfrage mit. Kritisch bewerten die Firmen auch die Höhe der Arbeitskosten: Nur elf Prozent bewerten sie als gut oder sehr gut. Jeder fünfte Top-Manager befürchtet, dass sich die Standortbedingungen hierzulande in den kommenden Jahren eher verschlechtern werden.

„Diese Skepsis ist ein Warnsignal“, sagte Amcham-Präsident Bernhard Mattes. „Der Standort Deutschland sollte nicht noch teurer werden.“ Deutschlands weiße Weste bekomme durch die hohen Energiekosten „einen hässlichen Fleck“, sagte auch Amcham-Vize-Präsident Ralf Brinkmann, im Hauptberuf Chef der deutschen Tochter des Chemie-Riesen Dow Chemical. Anderswo könne Gas zu einem Drittel der Kosten bezogen werden, Strom für die Hälfte.

Dennoch wollen die Unternehmen ihr Engagement in Deutschland ausbauen. Fast 80 Prozent rechnen in diesem Jahr mit steigenden Umsätzen. Fast jedes zweite Unternehmen will deshalb verstärkt investieren, 41 Prozent planen Neueinstellungen. „Die US-Unternehmen am Standort blicken mit großer Zuversicht in die Zukunft“, sagte Mattes. „Unsere Umfrage zeigt, dass Deutschland bei US-Investoren beliebt bleibt.“ Fast 60 Prozent wollen ihre Aktivitäten in den kommenden drei bis vier Jahren ausbauen. Gelobt wird vor allem die Qualität der Mitarbeiter, die von 98 Prozent der Firmen als gut oder sehr gut bezeichnet wird.

Trotz der Unsicherheit wegen der Energiewende bleibt Deutschland der mit Abstand beliebteste Standort in Europa. Für fast jede dritte amerikanische Firma ist es die Nummer eins, weit vor Großbritannien (17 Prozent) und Polen (12 Prozent). Allerdings glauben auch drei Viertel der Manager, dass Asien in den kommenden zehn Jahren Europa abhängen und sich zum wichtigsten Industriestandort weltweit entwickeln wird.

Große Hoffnungen setzen die US-Unternehmen auf die geplante transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft. Rund 70 Prozent erwarten dadurch einen Wachstumsschub. „Wenn sich jetzt die zwei größten Wirtschaftsräume der Welt auf eine umfassende Partnerschaft einigen, können wir global Maßstäbe setzen“, sagte Mattes. „Der Ausbau unserer Beziehungen ist notwendig um den Industriestandort Deutschland und Europa zu sichern.“

An der Umfrage beteiligten sich Top-Manager von 44 US-Unternehmen in Deutschland, von Amazon bis Proctor & Gamble. Sie stehen für einen Jahresumsatz von mehr als 92 Milliarden Euro und beschäftigen hierzulande gut 177.000 Mitarbeiter.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

18.03.2014, 12:55 Uhr

Artikel: "Deutschlands weiße Weste bekomme durch die hohen Energiekosten „einen hässlichen Fleck“" und

"Dennoch wollen die Unternehmen ihr Engagement in Deutschland ausbauen." Grund:

"Gelobt wird vor allem die Qualität der Mitarbeiter, die von 98 Prozent der Firmen als gut oder sehr gut bezeichnet wird."

Tja, was wir "Mitarbeiter" leisten, wird durch die Grüne Politik zumindest teilweise wieder eingerissen.




Account gelöscht!

18.03.2014, 13:33 Uhr

Fassen wir also mal zusammen...

1. Die Arbeitskosten sind in Deutschland zu hoch.
2. Die Energiekosten sind in Deutschland zu hoch.
3. Die Infrastruktur in Deutschland verfällt immer mehr.
4. Die Qulifikation der Mitarbeiter ist gut bis sehr gut in Deutschland.
5. Asien und NICHT Europa/Deutschland wird in Zukunft Investitionsstandort für die US-Wirtschaft werden.

Somit haben wir zu hohe Energie- und Arbeitskosten und eine vernachlässigte Infrastruktur auf der "Negativ Seite" und
Gute MA-Qualifikation auf der anderen "Positiv Seite".

An der Verbesserung der Energiekosten (Abschaffung des EEG/Energiewende), an der Verbesserung der Infrastruktur und an der Verbesserung der Arbeits-Sozialkosten (Rente, Mindestlohn) kann und wird nur die Politik etwas ändern können. Ändert diese Ethik-Merkel-Ökodiktatur nichts, wird Deutschland Schritt für Schritt von der Investorenliste der attrakiven Standorte verschwinden. Und dies zum Schaden der deutschen Volkswirtschaft/Gesellschaft.

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