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26.05.2017

15:59 Uhr

Warnung an Pjöngjang

USA wollen Nordkoreas Raketentests nicht hinnehmen

US-Präsident Trump ist sich sicher, dass das „Weltproblem“ Nordkorea irgendwann gelöst werde. Russland und China mahnen derweil zur Besonnenheit. Gleichzeitig müsse sich Nordkorea jedoch an die UN-Resolutionen halten.

Der US-Präsident will das Nordkorea-Problem aus der Welt schaffen. dpa

Donald Trump

Der US-Präsident will das Nordkorea-Problem aus der Welt schaffen.

Taormina/PekingUS-Präsident Donald Trump hat seinen Willen betont, nordkoreanischen Raketentests einen Riegel vorzuschieben. „Es ist ein Weltproblem und wird gelöst. Es wird irgendwann gelöst. Darauf können Sie wetten“, sagte Trump am Freitag am Rande des G7-Treffens auf Sizilien bei einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Russland und China warnten allerdings, das Nuklearprogramm des kommunistischen Staates dürfe nicht als Vorwand dienen, ein weltweites amerikanisches Raketenabwehrsystem auch in Südkorea zu stationieren. Der chinesische Außenminister Wang Yi rief die Regierung in Seoul auf, sich um Friedensgespräche mit dem Norden zu bemühen.

Nordkorea

Dieses Experten-Trio steht hinter dem Raketenprogramm

Nordkorea: Dieses Experten-Trio steht hinter dem Raketenprogramm

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Trump will verhindern, dass die USA von nordkoreanischen Atomwaffen erreicht werden können. Nach Ansicht von Rüstungsexperten könnte die Führung in Pjöngjang nach 2020 soweit sein. Bereits im März begannen die USA mit dem Aufbau eines Raketenabwehrsystems auf dem Territorium ihres Verbündeten Südkorea. Der chinesische Außenminister warnte, der Einsatz von Gewalt werde die Lage auf der Halbinsel verschärfen. Gemeinsam mit seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow forderte er Nordkorea aber auch auf, die von den UN beschlossenen Einschränkungen des Atomprogramms zu respektieren.

Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm (2016)

6. Januar 2016

Nordkorea führt seinen vierten Nukleartest aus. Nach eigenen Angaben wurde eine „miniaturisierte“ Wasserstoffbombe getestet. Experten ziehen die Angaben in Zweifel. (Quelle: AP)

7. Februar 2016

Nordkorea schießt nach eigenen Angaben eine Langstreckenrakete ins All.

9. März 2016

Machthaber Kim Jong Un erklärt, sein Land habe verkleinerte Atombomben entwickelt, die auf Raketen platziert werden können.

18. März 2016

Zum ersten Mal seit 2014 feuert Nordkorea eine Mittelstreckenrakete vom Typ Rodong ab. Das Geschoss fliegt rund 800 Kilometer weit, ehe es östlich des Landes ins Wasser fällt.

23. April 2016

Nordkorea schießt eine Rakete von einem U-Boot ab. Aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium heißt es daraufhin, das Geschoss habe eine Strecke von knapp 30 Kilometern zurückgelegt. Pjöngjang erklärt, der Start ziele darauf ab, die Atomsprengkopftechnologien voranzubringen.

22. Juni 2016

Washington und Seoul melden, dass Nordkorea zwei mutmaßliche Mittelstreckenraketen vom Typ Musudan abgefeuert hat. Diese Raketen könnten eines Tages in der Lage sein, weit entfernte Militärbasen der USA in Asien zu treffen. Pjöngjang gibt später bekannt, erfolgreich eine Mittelstreckenrakete getestet zu haben. Diese habe eine Höhe von 1400 Kilometern erreicht, bevor sie wie geplant in 400 Kilometer entfernten Gewässern gelandet sei.

19. Juli 2016

Nordkorea schießt drei Raketengeschossen ab. Zwei davon fliegen 500 bis 600 Kilometer weit. Die Tests sind nach Angaben der Führung in Pjöngjang Teil eines simulierten Präventivschlags auf südkoreanische Häfen und Flugplätze.

3. August 2016

Regierungsbeamten aus Südkorea und Japan zufolge legt eine nordkoreanische Mittelstreckenrakete einen Weg von rund 1000 Kilometern zurück und landet in der Nähe von japanischen Hoheitsgewässern. Es handelt sich vermutlich um eine Rodong-Rakete.

24. August 2016

Eine erneut von einem U-Boot abgefeuerte Rakete ist 500 Kilometer unterwegs, ehe sie nahe Japan ins Wasser stürzt. Kim erklärt, sein Land habe die Fähigkeit erlangt, einen vollausgerüsteten Atomangriff auszuführen. Auch das US-Festland befinde sich in Schlagdistanz.

5. September 2016

Wieder fliegen drei mutmaßliche Mittelstreckenraketen Nordkoreas fast 1000 Kilometer weit, ehe sie in Gewässern nahe Japan landen.

9. September 2016

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen nuklearen Sprengkopf erfolgreich zur Explosion gebracht.

Nach Einschätzung der USA ist sich Nordkoreas Verbündeter China darüber im Klaren, dass nur noch wenig Zeit bleibt, um Druck auf die Regierung in Pjöngjang auszuüben. China sei offen dafür, weitere Sanktionen zu verhängen, sagte US-Staatsekretärin Susan Thornton vor Journalisten in Peking. Das chinesische Außenministerium erklärte, alle Seiten müssten Flexibilität beweisen und möglichst rasch an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Mit Dutzenden Raketenerprobungen und zwei Atomwaffentests hat Nordkorea wiederholt gegen UN-Resolutionen verstoßen. Die Führung in Pjöngjang begründet ihr Atomprogramm mit einer aggressiven Haltung der USA gegen das Land.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Hans Wahl

26.05.2017, 16:31 Uhr

Na dann haben wir doch jetzt mal ein Thema, bei dem sich The Donald so richtig profilieren kann. Ohne Wenn und Aber. Einfach Erfolgsorientiert. 'Bottom Line Stuff' sozusagen - genau das, womit er so gerne prahlt.
Sollte jetzt wirklich Euphorie aufkommen ? Eigentlich eher nicht.
Meiner Meinung nach heizt er den Konflikt mit seinen Aussagen noch eher an, statt ihn zu benutzen, mit allen Beteiligten eine echter Konfliktlösung zu arbeiten.
Dazu ist er allerdings zu hemdsärmelig: Ich meine es fehlt im an Bereitschaft, da wirklich dran zu arbeiten.
Mit Bündnispartnern uber Nuklear-U-Boote und 'Firepower' zu prahlen ist sicherlich nicht zielfuehrend.

Obama und sein Team haben es geflissentlich versäumt, dieses Problem zu lösen.
Je länger wir warten, desto schwieriger wird es. Wie viele Anzeichen brauchen die USA sonst noch ? Die denkbar schlechteste Lösung waere militärisch. Dann nämlich hätten wir genau das Desaster, was niemand braucht.

Hier warren die Journalisten gefragt einmal progressiv und positiv zu berichten: Aufzufordern zum Dialog. Wir wollen keine Alptraum Szenarien sondern Lösungsansätze sehen und lesen.

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