Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.05.2013

22:16 Uhr

Warnung des IWF

Tschechien soll weniger sparen

Seit über einem Jahr steckt Tschechien in einer Rezession und spart trotzdem streng weiter. Der IWF empfiehlt dem Land jetzt, erst seine Wirtschaft zu sanieren, dann den Haushalt.

Eine Frau in Prag verkauft Blumen: Tschechien leidet unter einer langen Rezession. Reuters, Sascha Rheker

Eine Frau in Prag verkauft Blumen: Tschechien leidet unter einer langen Rezession.

Prag/FrankfurtTschechien sollte nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds auf weitere drastische Sparmaßnahmen verzichten. Die Sanierung der öffentlichen Haushalte sollte nach Ansicht der Experten erst fortgesetzt werden, wenn die Wirtschaft wieder an Fahrt gewonnen hat. „Für dieses Jahr ist die Prognose schwach und die wirtschaftliche Erholung verläuft nur allmählich“, erklärte der Chef der IWF-Vertretung in Prag, Masanori Yoshida. Das berichtete die nationale Agentur CTK am Montag.

Die liberal-konservative Regierung in Prag hat sich zum Ziel gesetzt, die Neuverschuldung erstmals wieder unter die Drei-Prozent-Hürde zu drücken. „Die ausländischen Märkte wissen unser Verhalten zu schätzen“, betonte Ministerpräsident Petr Necas.

Von den Devisenmärkten kann man das jedoch nicht sagen: Die überraschend starke Rezession in Tschechien hat die Währung des Landes am Montag auf Talfahrt geschickt. Ein Euro stieg um 0,4 Prozent und war mit 26,121 Kronen so teuer wie zuletzt im Mai 2010. Der Dollar markiere mit 20,313 Kronen ein Achteinhalb-Monats-Hoch.

Das tschechische Bruttoinlandsprodukt schrumpfte den Angaben des Statistikamts zufolge im ersten Quartal zum Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozent. Analysten hatten im Schnitt nur ein Minus von 1,3 Prozent erwartet. Darüber hinaus leide die Krone unter den anhaltenden Spekulationen auf eine Intervention der tschechischen Zentralbank zur weiteren Schwächung der eigenen Währung, sagten Börsianer.

Der linke Präsident Milos Zeman rief indes am Montag zu mehr staatlichen Investitionen auf. „Es ist eine Illusion zu glauben, dass die privaten Haushalte Motor des Wachstums sein können“, sagte Zeman.

Der IWF rechnet für Tschechien mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent in diesem und 1,6 Prozent im nächsten Jahr. Die Tschechische Republik steckt seit Ende 2011 in einer Rezession, der längsten seit Gründung des Landes vor 20 Jahren.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

BRD_soll_Staat_verschlanken

20.05.2013, 23:50 Uhr

Auch Deutschland hat eine viel zu hohe Staatsverschuldung, weil die Staatsbediensteten immer dreister Steuergelder zur Eigenversorgung abzocken.

Es ist ja schon ein Skandal, dass sich so viele Leistungsverweigerer nicht dem Wettbewerb in der freien Wirtschaft stellen und sich in bequemen Scheinjobs beim Staat mit den Steuergeldern der Leistungsträger in der Wirtschaft durchfüttern lassen. Klar, dass die sich seit Jahrzehnten lieber in den Amtsstuben der Behörden, als verbeamtete Lehrer statt in leistungsorientierten Privatschulen oder als staatliche Arbeitsvermittler, deren Arbeit längst zu 90% von privaten Jobvermittlern gemacht wird, rumdrücken. Oder überflüssige Finanzbeamte, die statt die Steuergesetze zu entrümpeln (z. B. nach den Vorschlägen von Merz / Kirchhof) sich in Alibiverwaltung ergehen.

Dabei könnten wir mit folgendem Entschuldungs- Programm gegensteuern:

1--Die Besoldungen werden in dem 4-jährigen PMS- Programm pro Jahr um 10% gekürzt auf insgesamt 60% der heutigen Personalkosten. Das entspricht dem Zielwert von 100 Milliarden EURO statt 160 Milliarden EURO aktuell.
2--Von den jährlich eigesparten 60 Mia Euro wird die PMS eine Hälfte (30 Mia EURO) in die überfällige Entschuldung unserer Staatsfinanzen investieren.
3--Die übrigen 30 Mia EURO werden in Steuersenkungen u. a. zum Ausgleich der seit Jahren am Parlament vorbei und illegal abkassierten Steuern durch die Kalten Progression investiert.

Dann können die flexiblen unter den Staatsbediensteten ja selbst entscheiden, ob sie sich endlich mal um wertschöpfende Arbeit am freien Arbeitsmarkt bewerben wollen. Der Restbestand wird deutlich effizienter und mit den tatsächlich notwendigen Verwaltungsaufgaben beschäftigt.

Darüber wird das Handelsblatt demnächst mit weiteren Fakten unterstützend berichten.

Vicario

20.05.2013, 23:52 Uhr

Zitat : Tschechien soll weniger sparen

- bei diesem IWF sitzen doch auch nur gehirnkastrierte Schmarotzer !

Zitat : Der IWF empfiehlt dem Land jetzt, erst seine Wirtschaft zu sanieren, dann den Haushalt.

- und wie bitteschön soll das Land seine Wirtschaft sanieren......in dem es Schulden macht vielleicht ? Was nützt dann das Sparen ?

Die Wirtschaft kann nur saniert werden, wenn INVESTOREN in diese Wirtschaft INVESTIEREN ! Das haben wohl die IWF-Berater ( Eunuchen, die Sexbücher schreiben ) nicht drauf !

Und kein INVESTOR dieser Welt wird sein gutes Geld auf einem Klammen Markt wie Tschechien investieren !

Tschechien ist somit nur ein GANZ HEISSER KANDIDAT, um den € einzuführen und unter die Rettungsschirme zu kommen....wie alle Osteuropäischen Länder der verkorksten EUtopia !

Vicario

21.05.2013, 00:00 Uhr

@ BRD_soll_Staat_verschlanken

da hätte ich 2 Vorschläge zu machen :

1. Reduzierung der Bundesländer auf 4 Länder

2. Reform des Steuersystems : einheitlicher Steuersatz von ca.15 %

Da könnten wir wahrscheinlich 2 Mio. Beamtenschmarotzer, Notare, Anwälte, Politiker, etc. einsparen. Die Frage ist natürlich dann, wohin mit dem Gesindel ?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×