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19.06.2016

20:19 Uhr

Warten auf US-Genehmigung

Iran will von Boeing 100 Flugzeuge kaufen

Mit dem Flugzeughersteller Airbus hat der Iran bereits den Kauf von 118 Flugzeugen besiegelt. Nun verhandelt das Land auch mit dem US-Rivalen Boeing. Das Unternehmen wartet aber noch auf die Genehmigung aus Washington.

Angebot zum Verkauf von Flugzeugen der Modellreihen 737, 787 und 777. Reuters

Logo von US-Flugzeughersteller Boeing

Angebot zum Verkauf von Flugzeugen der Modellreihen 737, 787 und 777.

Iran verhandelt nach Angaben seiner Zivilen Luftfahrtorganisation mit dem US-Hersteller Boeing über den Kauf von 100 Flugzeugen. Ein Boeing-Sprecher in Dubai wollte sich dazu nicht äußern, dementierte aber auch nicht vom Chef der Organisation in Teheran genannte Details. Er verwies darauf, dass die US-Regierung einem solchen Vertrag zustimmen müsse.

Die amtliche Teheraner Nachrichtenagentur Irna zitierte am Sonntag Ali Abedsadeh mit den Worten, Boeing warte derzeit auf die Genehmigung des US-Finanzministeriums für den Deal. Ein fester Preis für die Flugzeuge sei noch nicht ausgemacht worden. „Beide Seiten - Iran und Boeing - haben eine schriftliche Vereinbarung für den Kauf von Boeing-Flugzeugen erzielt“ erklärte Abedsadeh.

Der Iran hatte im April mitgeteilt, dass Boeing ein Angebot zum Verkauf von Flugzeugen der Modellreihen 737, 787 und 777 unterbreitet habe. Iranische Fluggesellschaften haben derzeit rund 60 Boeing-Maschinen im Einsatz, von denen die meisten aus der Zeit vor der Islamischen Revolution von 1979 stammen. Von den insgesamt 250 zivilen Flugzeugen iranischer Fluggesellschaften sind derzeit 100 wegen Ersatzteilmangels nicht flugbereit.

Nach dem im vergangenen Jahr geschlossenen historischen Atomabkommen hat der Iran bereits mit dem europäischen Hersteller Airbus den Kauf von 118 Flugzeugen besiegelt. Allein dieser Deal umfasst 22,8 Milliarden Euro. Von dem französisch-italienischen Hersteller ATR kaufte Teheran 20 weitere Flugzeuge.

Nicht mit dem iranischen Atomprogramm verknüpfte US-Sanktionen sind weiterhin in Kraft. Nach derzeitigem Stand müsste Boeing einen Iran-Deal vermutlich über eine ausländische Niederlassung und nicht in Dollar abwickeln, um nicht gegen US-Vorschriften zu verstoßen.

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