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04.01.2010

09:15 Uhr

Wasserstraße

Ein Segen für Panamas Volkswirtschaft

Zehn Jahre ist es nun her, dass die Regie über den Panama-Kanal von den USA auf das kleine mittelamerikanische Land überging. Ein Segen, wie sich inzwischen zeigt: Denn dank der Benutzungsgebühren für die Wasserstraße zwischen Atlantik und Pazifik ist Panama relativ glimpflich durch die globale Krise gekommen.

Der 5,2 Milliarden teure Ausbau des Panama-Kanals ist in vollem Gange. Künftig sollen auch Riesenfrachter passieren können. dpa

Der 5,2 Milliarden teure Ausbau des Panama-Kanals ist in vollem Gange. Künftig sollen auch Riesenfrachter passieren können.

HB PANAMA-STADT. Der vor 100 Jahren gegrabene Kanal an der engsten Stelle Amerikas beschert dem Staat beständige Einnahmen. Bis zum 31. Dezember 1999 war Panama durch die von den US-Amerikanern verwaltete Kanalzone in zwei Hälften geteilt. Seit der Übergabe geht es mit dem Land bergauf. Nach Angaben der Betreiber brachte der Kanal seit 2000 mehr als 4,7 Mrd. Dollar (3,3 Mrd. Euro) Steuereinnahmen. Dagegen hätten die USA zwischen der Eröffnung 1914 und 1999 nur 1,8 Mrd. Dollar eingenommen.

Panama-Stadt boomt fast ungebrochen. „Die Wirtschaftskrise hat hier nur eine kleine Delle hinterlassen“, sagt ein ausländischer Experte. Mittlerweile ragen Hunderte von Wolkenkratzern in den Himmel, viele davon beherbergen Banken. Pleiten von Finanzinstituten gab es in Panama keine. Nach einer kurzen Unterbrechung zu Beginn des vergangenen Jahres hat die Bautätigkeit wieder zugenommen.

Bester Gradmesser für die Erholung ist auch der Kanal, durch den jedes Jahr 300 000 Mio. Tonnen Fracht befördert werden. Mitte 2008 nahmen nach Angaben der Kanalbehörde die Durchfahrten wieder zu. Auch der Umfang der Fracht sei merklich gestiegen. „Panama ist zu einem Logistikzentrum der Welt geworden, wo jedes Jahr 400 Millionen Container bewegt werden“, sagt Alberto Alemán Zubieta, der seit der Übergabe durch die USA Chef der Kanalbehörde ist. 1995 seien es noch 200 Millionen gewesen.

Die milliardenschwere Erweiterung der bedeutenden Wasserstraße geht voran. Soeben läuft die Entscheidung über die Vergabe des letzten Großauftrags im Rahmen des 5,2 Mrd. Dollar teuren Projekts. Spätestens 2015 sollen dann auch Frachter mit 12 000 Containern an Bord die gut 80 Kilometer von Panama-Stadt nach Colón am Atlantik durchfahren können. Bisher fassten die Schiffe bis zu rund 4000 Container. Nach wie vor stauen sich vor den Zufahrten auf beiden Seiten Dutzende von Schiffen, um unter Umständen mehrere Tage auf die teure Durchfahrt zu warten.

Kommentare (1)

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DIETER WOLF

15.01.2010, 20:39 Uhr

ein weiterer Grund fuer den enormen Aufschwung Panama ist Venezuela. Die venezolaner fluechten aus dem einstmals reichsten Land Suedamerikas nach Panama, um dem kommunistischen Regime des Herrn Chavez zu entgehen. Sie bringen Geld mit; an dem Tag, an dem Venezuela zur Demokratie zurueckkehrt und das Geld zurueckkehrt, bricht der boom in Panama zusammen.

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