Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.07.2015

09:11 Uhr

Wegen Bestechung

Berlusconi wieder zu Haftstrafe verurteilt

Italien Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi ist mal wieder wegen Korruption zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Er soll einen linken Senator bestochen haben, um die damalige Regierung Prodi zu Fall zu bringen.

Die erneute Verurteilung dürfte Silvio Berlusconi kaum gefallen. ap

Verkniffene Gesichtszüge

Die erneute Verurteilung dürfte Silvio Berlusconi kaum gefallen.

NeapelDer ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist wegen Korruption zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das entschied ein Gericht in Neapel am Mittwoch. Laut Anklage hatte der Medienmilliardär einen früheren linken Senator bestochen, um ihn in sein konservatives Lager zu ziehen. Dass der 78-Jährige ins Gefängnis wandert, ist jedoch nahezu ausgeschlossen. Da er Berufung einlegen kann, wird die Tat bis zu einem endgültigen Urteil wohl verjährt sein.

Laut Anklage hatte Berlusconi dem damaligen Senator Sergio De Gregorio zwischen 2006 und 2008 etwa drei Millionen Euro gezahlt, um ihn für sich zu gewinnen. So habe Berlusconi die damalige Regierung von Romani Prodi zu Fall bringen wollen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von fünf Jahren für Berlusconi gefordert. Der Chef der konservativen Partei Forza Italia hatte seine Unschuld beteuert. Ebenfalls drei Jahre Haftstrafe bekam der Journalist Valter Lavitola, der laut Anklage als Vermittler zwischen Berlusconi und De Gregorio aufgetreten war.

Berlusconi nach Freispruch: „Ich bin wieder im Spiel“

Berlusconi nach Freispruch

„Ich bin wieder im Spiel“

Ausgerechnet die Affäre um „Bunga-Bunga-Partys“ endet für Italiens Ex-Premier Berlusconi mit einem Freispruch. Der 78-Jährige fühlt sich als Sieger und will zurück auf die politische Bühne. Ob ihm das Comeback gelingt?

Es ist nicht die erste Verurteilung des dreimaligen Regierungschefs: Eine Strafe wegen Steuerhinterziehung hatte er mit Sozialdienst in einem Heim für Alzheimerpatienten im März diesen Jahres verbüßt. Wegen dieser Verurteilung wurde Berlusconi aus dem Parlament ausgeschlossen und darf keine öffentlichen Ämter bis November 2019 ausüben. Berlusconi hat dagegen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte geklagt.

Im März war Berlusconi im „Bunga-Bunga-Prozess“ um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch in letzter Instanz freigesprochen worden. Ihm droht jedoch in der Sache ein weiterer Prozess. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass er mehrere Frauen für Aussagen zu seinen Gunsten bestochen haben soll.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×