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25.04.2013

07:38 Uhr

Wegen Blockade von Kaesong

Seoul setzt Nordkorea Ultimatum

Südkorea hat Nordkorea ultimativ zu Verhandlungen über den gemeinsamen Industriepark Kaesong aufgerufen. Dort steht der Betrieb seit mehr als zwei Wochen still. Die südkoreanische Wirtschaft boomt trotz Blockade.

Korea-Konflikt

Südkorea stellt dem Norden Ultimatum

Korea-Konflikt: Südkorea stellt dem Norden Ultimatum

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SeoulSeit mehr als zwei Wochen geht nichts mehr in der Sonderwirtschaftszone Kaesong, die Nord- und Südkorea gemeinsam betreiben. Kim Jong-Un hatte den rund 54.000 nordkoreanischen Arbeitern verboten, weiterhin in den Fabriken für die 123 südkoreanischen Unternehmen zu arbeiten. Deren Managern aus dem Süden verweigerte der Machthaber die Einreise in die Zone. Nun reicht es der Regierung in Seoul. So forderte Südkorea den Norden ultimativ zu Gesprächen über Kaesong aufgefordert.

„Wir bieten offizielle Gespräche zwischen Regierungsbehörden an“, sagte der Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul, Kim Hyung Seok, am Donnerstag. Sollten bis Freitag keine Gespräche auf formeller Arbeitsebene aufgenommen werden, werde Seoul zu einer „schwerwiegenden Maßnahme“ greifen, sagte er vor Journalisten in Seoul. Was das konkret sein werde, wollte er nicht sagen.

Die Sonderwirtschaftszone Kaesong

Was ist Kaesong?

Kaesong trägt die offizielle Bezeichnung Spezielle industrielle Verwaltungsregion Nordkoreas. Mit den dort angesiedelten südkoreanischen Unternehmen fungiert der Industriekomplex als gemeinsame Wirtschaftsentwicklungszone. Die Unternehmen aus dem Süden zog es vor allem wegen billiger und qualifizierter Arbeitskräfte dort hin.

Wie kam es zur Gründung von Kaesong?

Kaesong ist ein Ergebnis der sogenannten Sonnenscheinpolitik Südkoreas - der zwischen 1998 und 2008 betriebenen interkoreanischen Aussöhnung. Diese Politik zielte darauf ab, die Kontakte zwischen beiden Staaten zu beleben. Seit seiner Gründung 2004 ist der Industriekomplex das einzige Überbleibsel der Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd, nachdem die offiziellen Beziehungen seit 2010 auf Eis liegen.

Wo liegt Kaesong?

Die Sonderwirtschaftszone liegt in Nordkorea, zehn Kilometer von der Grenze zum Süden entfernt. Es gibt eine direkte Straßen- sowie Zugverbindung in den Süden. Insgesamt hunderte Arbeiter und Manager aus Südkorea überqueren täglich den nach Kaesong führenden Grenzposten. Ihre Namen werden den nordkoreanischen Behörden im Vorfeld übermittelt, diese geben dann grünes Licht für die Einreise.

Wer arbeitet in Kaesong?

Aktuell sind in Kaesong 123 südkoreanische Unternehmen tätig, die meisten davon stammen aus der Textil-, der Elektronik- und der Chemiebranche. Beschäftigt sind mehr als 53.000 nordkoreanische Arbeitskräfte sowie knapp 900 Südkoreaner im Managementbereich.

Wie erfolgreich war Kaesong bislang?

Südkoreanische Unternehmen investierten insgesamt 850 Millionen Dollar (664 Millionen Euro) in die Zone. Nach einem zunächst schleppenden Start meldete Kaesong erstmals 2011 einen Gewinn. Für 2012 wurde ein Umsatz von 469,5 Millionen Dollar vermeldet, für den Zeitraum seit 2004 wird der Wert mit 1,98 Milliarden Dollar angegeben.

Warum ist Kaesong so wichtig für Nordkorea?

Kaesong ist eine wichtige Quelle für ausländische Devisen für Pjöngjang. Die dort beschäftigten Nordkoreaner verdienen im Monat im Schnitt 144 Dollar. 2012 verlangte Nordkorea von acht der dort vertretenen Firmen Steuerzahlungen in Höhe von 160.000 Dollar.

Beobachter vermuten, dass Seoul die letzten in der in Nordkorea gelegenen Industriezone verbliebenen Mitarbeiter abziehen wird. Das könnte das Ende des letzten verbliebenen Symbols innerkoreanischer Zusammenarbeit bedeuten.

Angesichts der Spannungen zwischen den beiden Ländern ist der Zugang zu der Anlage seit dem 3. April gesperrt. Am 9. April zog Nordkorea zudem sämtliche Arbeitskräfte aus dem Gebiet ab, das zehn Kilometer innerhalb des nordkoreanischen Territoriums liegt. Derzeit befinden sich noch 176 der sonst 850 südkoreanischen Mitarbeiter in der Anlage. Laut Kim Hyung Seok gehen ihnen Lebensmittel und Medikamente aus. „Unsere Leute erleiden große Schwierigkeiten durch den Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten, und unsere Firmen erleiden große Verluste“, sagte der Minister. Deswegen sei die Frist für Gespräche bis Freitag gesetzt worden.

In den vergangenen Tagen hatte die kommunistische Regierung ihre in den letzten Wochen fast täglich verschärften kriegerischen Drohungen gegen den Süden zurückgefahren. Die Lage ist aber weiterhin sehr angespannt. Kaesong wird seit 2004 mit südkoreanischem Know-how und billigen nordkoreanischen Arbeitskräften betrieben. Das Gemeinschaftsprojekt hat seitdem, einige Krisen im innerkoreanischen Verhältnis überstanden. Für den Norden ist Kaesong eine wichtige Quelle von Devisen Inzwischen denken mehrere südkoreanische Unternehmen aber darüber nach, ihre Fabriken in Kaesong aufzugeben.

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