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14.12.2014

20:27 Uhr

Wegen Ebola

Liberia verschiebt erneut Senatswahl

Liberia hat zum zweiten Mal seine Senatswahl verschoben. Experten befürchten, dass sich der Ebola-Virus durch Menschenansammlungen vor Wahllokalen schneller verbreitet. Die Verschiebung verursacht enorme Kosten.

Am Ebola-Virus sind in Liberia fast 3200 Menschen gestorben. AFP

Am Ebola-Virus sind in Liberia fast 3200 Menschen gestorben.

MonroviaIn dem von der Ebola-Epidemie hart getroffenen westafrikanischen Land Liberia ist die Senatswahl ein zweites Mal verschoben worden. Eigentlich sollten bereits im Oktober Senatoren gewählt werden, was aber wegen der vielen Toten und der steigenden Zahl von Infektionen abgesagt wurde. Am (morgigen) Montag sollte die Wahl nachgeholt werden. In einer Sitzung der Wahlkommission mit Vertretern der politischen Parteien wurde der Termin aber kurzfristig auf kommenden Samstag verschoben.

Der Vorsitzende der Wahlkommission, Jerome Korkoyah, sagte der Nachrichtenagentur AP nach der Sitzung, die Verschiebung der Abstimmung in letzter Minute werden enorme Kosten verursachen, um die Information im ganzen Land bekanntzumachen.

Die Gesundheitsbehörden haben in den vergangenen Wochen von einer Stabilisierung im Kampf gegen Ebola gesprochen. An der Krankheit sind in Liberia fast 3200 Menschen gestorben. Die Sorge, dass sich das Virus durch vor Wahllokalen entstehenden Menschenansammlungen erneut schneller verbreitetet, führte zu der Verschiebung.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Es wurden auch Zweifel laut, ob unter den derzeitigen Umständen überhaupt eine Wahl abgehalten werden könne.

Von

ap

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