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10.04.2014

15:49 Uhr

Wegen Ende der Sowjetunion

Prozess gegen Gorbatschow gefordert

Russische Abgeordnete geben dem Ex-Staatschef die Schuld an Ukraine-Krise. Durch das Zulassen des Zerfalls der Sowjetunion habe Gorbatschow „sämtliche Toten in Kiew auf dem Gewissen“. Gorbatschow selbst reagierte wütend.

Soll nach dem Willen mehrerer russischer Abgeordneter vor Gericht gestellt werden: Michail Gorbatschow, ehemaliger Staatschef der zerfallenen Sowjetunion. dpa

Soll nach dem Willen mehrerer russischer Abgeordneter vor Gericht gestellt werden: Michail Gorbatschow, ehemaliger Staatschef der zerfallenen Sowjetunion.

MoskauAngesichts der Krise in der Ukraine fordern mehrere russische Abgeordnete einen Prozess wegen des Zerfalls der Sowjetunion gegen den früheren Staatschef Michail Gorbatschow. „Diejenigen, die im Jahr 1991 im Kreml regierten und dieses große Land zerschlugen, haben sämtliche Toten in Kiew auf dem Gewissen“, sagte der Abgeordnete Michail Degtiarow von den Nationalisten am Donnerstag dem Radiosender Moskauer Echo. Zusammen mit zwei Abgeordneten der Regierungspartei Einiges Russland und zwei Parlamentariern der Kommunisten fordert er Ermittlungen gegen Gorbatschow.

Er messe einer Verurteilung Gorbatschows grundsätzliche Bedeutung bei, sagte Degtiarow deutlich. Der 84-Jährige sei „ein Greis, niemand wird ihn hinter Gitter bringen, aber ohne ein solches Urteil können wir weder als Land noch als Nation vorankommen“. Gorbatschow war in den Jahren 1990 und 1991 sowjetischer Staatschef. Am 25. Dezember 1991 trat er zurück, nachdem das Parlament in Moskau vier Tage zuvor die Auflösung des bis dato noch verbliebenen Teils der Sowjetunion beschlossen hatte.

Gorbatschow wies die Schuld für den Zerfall, gegen den er sich gestemmt habe, am Donnerstag dem damaligen Sowjetparlament zu. Dieses trage zusammen mit dem damaligen Präsidenten der russischen Teilrepublik und späteren russischen Staatschef, Boris Jelzin, sowie dessen Kollegen aus der Ukraine und Weißrussland, die Verantwortung.

„Eine Untersuchung ist nicht nötig“, sagte Gorbatschow Moskauer Echo. Die Abgeordneten, die der Auflösung zugestimmt hätten, sollten „in Waggons in Richtung Madagan steigen“. Die Region im fernen Osten Russlands war zur Sowjetzeit wegen ihrer Straflager, den sogenannten Gulags, gefürchtet.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

10.04.2014, 17:50 Uhr

Die sogenannten Kommunisten an den Schaltstellen der Macht haben Russland verscherbelt, weil sie schnell noch den Kuchen aufteilen wollten.
Wer Gorbatschow den schwarzen Peter zuzuschieben will, der hat selber Dreck am stecken und der will von eigenen Unzulänglichkeiten ablenken.
Ein Mann kann Garnichts entscheiden. Dazu gehört immer eine Gruppe von politischer Elite, die an den Schaltstellen der Macht die Entwicklung beeinflussen. ().

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