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01.10.2016

10:46 Uhr

Wegen Ermittlungen zu MH17

Verärgerte Russen bestellen Botschafter ein

Die Kommission der MH17-Untersuchung hat „in die falsche Richtung“ ermittelt. Darauf jedenfalls beharrt Wladimir Putins Außenministerium in Moskau. Nun hat er niederländischen Botschafter einbestellt.

Gutachten

Flug MH17 von Buk-Rakete russischer Bauart abgeschossen

Gutachten: Flug MH17 von Buk-Rakete russischer Bauart abgeschossen

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MoskauRussland versucht an diplomatischer Front weiter, eine Verantwortung für den MH17-Abschuss mit 298 Toten über der Ostukraine zurückzuweisen. Für Montag bestellte das russische Außenministerium den niederländischen Botschafter ein. Russland wolle damit sein Missfallen über die Arbeit der internationalen Ermittlergruppe zum Abschuss der Boeing der Malaysia Airlines ausdrücken, sagte die Ministeriumssprecherin Maria Sarachowa in Moskau.

Die Ermittler unter niederländischer Führung hatten am Mittwoch Beweise vorgelegt, dass die Maschine 2014 von einer Boden-Luft-Rakete aus einem Buk-Flugabwehrsystem der russischen Armee getroffen worden war. Das Geschütz sei kurzzeitig in die Ukraine und dann zurück nach Russland gebracht worden. Sacharowa beklagte erneut, von Russland vorgelegte Daten würden nicht berücksichtigt.

Ermittlungen zu MH17: Die wichtigsten Resultate

Wo wurde die Rakete abgeschossen?

Die Rakete wurde von einem Feld bei Perwomajske in der Nähe des ostukrainischen Ortes Snischne abgeschossen. Das Gebiet stand zu dem Zeitpunkt unter der Kontrolle pro-russischen Separatisten.

Was war das für eine Rakete?

Die Boeing 777 wurde mit einer Rakete aus der Serie 9M38 abgeschossen. Diese wurde von einer mobilen Einheit, einer Selbstfahrlafette Buk-Telar aus, abgefeuert.

Wer hat den Auftrag erteilt?

Das Buk-Raketensystem wurde am frühen Morgen des 17. Juli 2014 aus Russland in die Ostukraine gebracht. Pro-russische Rebellen hatten am 16. Juli nach Erkenntnissen des ukrainischen Geheimdienstes abends telefonisch darüber gesprochen, dass sie eine Buk-Raketeneinheit zur Verteidigung gegen ukrainische Luftangriffe brauchten. Die Namen der Telefonierenden wurden nicht genannt.

Was geschah nach dem Abschuss?

Das mobile Buk-System wurde nach dem Abschuss der Passagiermaschine, vermutlich schon am Abend des 17. Juli, wieder zurück nach Russland gebracht. Am 18. Juli befand es sich wieder in Russland.

Wer war alles beteiligt?

Etwa 100 Personen wurden identifiziert, die am Transport der Rakete beziehungsweise dem Abschuss beteiligt gewesen sein sollen. Namen und Nationalitäten wurden nicht genannt.

Die Ermittlungen seien zum Scheitern verurteilt, wenn Russland von vornherein zum Schuldigen gemacht werde, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstag. Wegen der Moskauer Generalkritik an den Untersuchungen haben die Niederlande ihrerseits den russischen Botschafter einbestellt. „Unfundierte Kritik an den Ermittlern ist unakzeptabel“, sagte Außenminister Bert Koenders.

Von

dpa

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