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19.05.2011

13:22 Uhr

Wegen Industriespionage

Russland weist Israels Militärattaché aus

Diplomatische Verstimmung zwischen Israel und Russland: Moskau hat den israelischen Militärattaché des Landes verwiesen. Der Grund: Industriespionage. Ein Lügendetektortest in Israel blieb allerdings negativ.

Die Spionagevorwürfe entbehren laut Israel jeglicher Grundlage. Quelle: Reuters

Die Spionagevorwürfe entbehren laut Israel jeglicher Grundlage.

Moskau/Tel Aviv Die israelische Armee teilte am Donnerstag mit, Militärattaché Vadim Leiderman sei vergangene Woche unter dem Verdacht der Spionage von den russischen Behörden festgenommen und verhört worden. Die israelischen Sicherheitsbehörden hätten den Fall gründlich untersucht und seien zu dem Schluss gekommen, dass die Vorwürfe jeder Grundlage entbehrten. Die Dienstzeit des Oberst der israelischen Armee in Moskau hätte ohnehin in zwei Monaten geendet.  

Russische Medien berichteten, Leiderman werde der Industriespionage verdächtigt. Er habe „einigen israelischen Rüstungsfirmen auf dem russischen Markt sehr aktiv geholfen“, zitierte die Agentur Ria Nowosti am Donnerstag einen namentlich nicht genannten russischen Geheimdienst-Mitarbeiter. Russische Behörden äußerten sich bisher nicht offiziell zu dem Vorfall.  

In Israel wurde heftig über die Hintergründe der Affäre spekuliert. Einer Einschätzung zufolge hatte Moskau vergeblich versucht, Leiderman als Doppelagenten zu ködern. Ein weiterer Erklärungsversuch lautete, Israel habe sich auf Druck aus Washington geweigert, Russland die modernste Variante seiner unbemannten Drohnen zu verkaufen und damit in Moskau große Verstimmung ausgelöst.  

Nach israelischen Medienberichten wurde Leiderman beim Mittagessen mit einem Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums in Moskau von russischen Agenten festgenommen. Anschließend sei er zum Verhör ins Hauptquartier des Geheimdienstes gebracht worden. Wegen seines Diplomatenpasses habe man ihn nicht verhaften können. Er sei aber aufgefordert worden, das Land binnen 48 Stunden mit seiner Familie zu verlassen.  

Die israelische Zeitung „Maariv“ berichtete, der Militärattaché habe am Tag vor seiner Festnahme Mitglieder des israelischen Parlamentsausschusses für Außen- und Sicherheitsfragen sowie einen Militärvertreter begleitet, der für den Waffenhandel mit Russland zuständig sei. Nach Angaben der israelische Armee musste sich Leiderman nach seiner Ankunft in Israel einem Test mit einem Lügendetektor unterziehen. Dieser habe ergeben, dass er die Wahrheit gesagt habe

Von

dpa

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