Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.12.2013

16:07 Uhr

Wegen Luftverschmutzung

Gratis-Strom für arme Griechen

Beißender Geruch und Brennen im Hals: Weil die Menschen in Athen viel mit Holz heizen, hat die Luftverschmutzung in der griechischen Hauptstadt drastisch zugenommen. Jetzt greift die Regierung ein – und verschenkt Strom.

Panorama-Sicht auf Athen: Die Luftverschmutzung wird immer mehr zum Problem. dpa

Panorama-Sicht auf Athen: Die Luftverschmutzung wird immer mehr zum Problem.

AthenDer griechische Gesundheitsminister Adonis Georgiades schlägt Alarm: Weil seine Landsleute aus purer Not mit Holz heizen, hat die Luftverschmutzung am vergangenen Wochenende in fast allen Städten des Landes bedrohliche Ausmaße angenommen.

Deshalb tritt ab sofort eine neue Verordnung in Kraft: Sobald erhöhte Werte von Staubpartikeln in der Luft gemessen werden, soll der Strom für Arbeitslose und notleidende Familien am betreffenden und dem darauffolgenden Tag kostenlos sein. Das Umweltministerium hatte dies schon vergangene Woche angekündigt. Die zuständigen Minister hätten die entsprechenden Verordnungen am Wochenende nach den bedrohlichen Entwicklungen unterzeichnet, hieß es.

Im Zentrum Athens und in den nördlichen Vororten wurden alarmierende Werte von über 100 Mikrogramm Staubpartikeln pro Kubikmeter gemessen, teilte die zuständige Stelle des Umweltministeriums mit. Vielerorts gab es beißenden Geruch, Rauchschwaden lagen über Wohngebieten.

Eine griechische Flagge auf der Akropolis in Athen. Die Luftverschmutzung in der griechischen Hauptstadt hat stark zugenommen. dpa

Eine griechische Flagge auf der Akropolis in Athen. Die Luftverschmutzung in der griechischen Hauptstadt hat stark zugenommen.

Viele Menschen klagten über tränende Augen und Brennen im Hals. Das Gesundheitsministerium rief alle Bürger auf, die kardiologische und Atemwege-Probleme haben, möglichst zu Hause zu bleiben. Das Phänomen habe „bedrohliche Dimensionen angenommen“, besonders für Kinder und chronisch Kranke, teilte die Ärztekammer in Athen mit.

Die mehrheitlich staatlich kontrollierte Elektrizitätsgesellschaft soll den Strom kostenlos an Menschen abgeben, die arbeitslos sind oder sehr wenig verdienen. Statt Holz zu verbrennen sollen sie an kalten Tagen elektrische Heizungen einsetzen können. Anspruch sollen nach Angaben des Umweltministeriums alle Familien mit einem Jahreseinkommen von weniger als 12.000 Euro haben. Mit jedem Kind steige diese Grenze um 3000 Euro, hieß es.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Odyssschei

23.12.2013, 19:36 Uhr

Und wer zahlts ???
Geschenkt ? Mir hat noch keiner etwas geschenkt
,

Account gelöscht!

23.12.2013, 20:26 Uhr

ja aber, man soll doch mit nachwachsenden Rohstoffen heizen - die Grünen müssten doch eigentlich jubeln - oder gilt das nur für Deutschland ?

Expat

23.12.2013, 21:15 Uhr

@:Odyssschei
Tja da muss ich Ihnen leider mitteilen, dass SIE u.a. dies wenn auch nicht direkt, aber auf jeden Fall indirekt mitfinanzieren. Tut mir leid für Sie, aber dies ist die bittere Wahrheit.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×