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11.06.2015

14:04 Uhr

Wegen Machtmissbrauch

Lebenslange Haftstrafe für Chinas Ex-Sicherheitschef

China sagt der Korruption den Kampf an. Das bisher größte Opfer ist Ex-Sicherheitschef Zhou Yongkang. Präsident Xi Jinpings Widersacher wird Machtmissbrauch und Staatsverrat vorgeworfen.

China Ex-Sicherheitschef wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. AFP

Zhou Yongkang vor Gericht

China Ex-Sicherheitschef wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

TianjinAls bislang höchster chinesischer Politiker ist der einstige Sicherheitschef Zhou Yongkang wegen Korruption zu lebenslanger Haft verurteilt worden. In einem Geheimprozess fällte das Erste Mittlere Volksgericht von Tianjin das Urteil völlig überraschend am Donnerstag. Bislang war nicht einmal bekannt gewesen, dass das ehemalige Mitglied im mächtigen Ständigen Ausschuss des Politbüros der Partei schon vor Gericht stand.

In dem Urteilsspruch wurden dem 72-Jährigen „Bestechlichkeit, Machtmissbrauch und absichtliche Weitergabe von Staatsgeheimnissen“ angelastet, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua schrieb. Er sei wegen der Annahme von 130 Millionen Yuan, umgerechnet 18,5 Millionen Euro, Bestechungsgeldern verurteilt worden.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Zhou Yongkang habe sich „schuldig bekannt und wird nicht in Berufung gehen“, schrieb Xinhua. Der Prozess sei nicht öffentlich gewesen, weil es um Staatsverrat gegangen sei, hieß es weiter. Nach dem Richterspruch wird sein persönliche Besitz konfisziert.

Zhou Yongkang ist das erste Mitglied des engsten Machtzirkels, das der Anti-Korruptions-Kampagne des neuen Staats- und Parteichefs Xi Jinping zum Opfer fällt. Um den Ex-Sicherheitschef ranken sich wilde Spekulationen über einen Machtkampf hinter den Kulissen. Er stand an der Spitze eines mächtigen Netzwerks, das den Sicherheitsapparat, die Ölindustrie und wichtige Parteikreise umfasste.

Sein Sturz ist der größte Skandal seit der Verurteilung des Spitzenfunktionärs Bo Xilai, der seit 2013 eine lebenslange Haftstrafe absitzt. Zhou Yongkang soll den ehrgeizigen Politiker bis zuletzt geschützt haben. Es gab sogar hartnäckige Gerüchte, dass beide einen Putsch gegen Xi Jinping geplant haben sollen.

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