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20.03.2004

19:35 Uhr

Wegen mutmaßlicher Mishandlungen von Gefangenen

Sechs US-Militärpolizisten in Irak angeklagt

Wegen der Misshandlung von irakischen Gefangenen sind sechs Angehörige der US-Armee angeklagt worden. Ihnen droht die Entlassung aus dem Militärdienst.

HB BERLIN. Gegen sechs Militärpolizisten, die mehrere irakische Häftlinge misshandelt haben sollen, ist Anklage erhoben. Die US-Streitkräfte werfen den Beschuldigten vor, sich mit «entwürdigenden Handlungen» an den Inhaftierten im Abu-Gharib-Gefängnis westlich von Bagdad vergangen zu haben, wie US-Militärsprecher General Mark Kimmitt am Samstag in der irakischen Hauptstadt mitteilte. Die Anklagepunkte lauten demnach Körperverletzung, Pflichtverletzung und Verschwörung.

Von den Misshandlungen waren laut den US-Ermittlungen rund 20 Iraker betroffen. Die Übergriffe fanden demnach im November und Dezember statt. Die sechs Beschuldigten seien gemeinsam mit elf Soldaten im Februar vom Dienst suspendiert worden, sagte Kimmitt weiter.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International und bereits entlassene irakische Häftlinge werfen den Koalitionstruppen schon länger eine unangemessen harte Behandlung von Gefangenen vor. Über 10.000 Häftlinge sollen laut Amnesty von den Truppen festgehalten werden.

Seit dem Ende der Hauptkampfhandlungen im Mai vergangenen Jahres wurden bereits mindestens 13 US-Soldaten wegen verschiedener Vergehen vor US-Kriegsgerichte in Irak gestellt. Sieben von ihnen wurden aus dem Militärdienst entlassen, die anderen zu Haftstrafen zwischen zwei und sechs Monaten verurteilt.

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