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14.07.2017

01:11 Uhr

Wegen Nordkorea

Neue US-Sanktionen gegen China geplant

Trump wird ungeduldig: China wirkt seiner Meinung nach nicht genug auf die Machthaber in Nordkorea ein. Deshalb wolle er mit neuen Sanktionen Druck machen, so Regierungskreise. Auch Merkel forderte ein härteres Vorgehen.

Nordkoreanische Kommandosoldaten bei einer Militärparade in Pjöngjang. dpa

Nordkorea

Nordkoreanische Kommandosoldaten bei einer Militärparade in Pjöngjang.

WashingtonDie US-Regierung bereitet aus Unzufriedenheit mit Chinas Einwirken auf Nordkorea Regierungskreisen zufolge neue Sanktionen gegen die Volksrepublik vor. Binnen weniger Wochen könnten neue Strafmaßnahmen gegen kleinere chinesische Banken und andere Firmen verhängt werden, die mit dem abgeschotteten Land Geschäfte machten, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstag in Washington. Wann die Sanktionen erlassen würden und wie umfangreich sie ausfielen, hänge davon ab, wie stark China bei einem hochrangigen Wirtschaftstreffen beider Länder kommenden Mittwoch in den USA auf die Forderungen nach mehr Druck auf Nordkorea eingehe. "Der Präsident verliert die Geduld mit China", sagte ein Regierungsvertreter. Das Präsidialamt lehnte jeden Kommentar zu dem Thema ab.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte ein härteres Vorgehen der Weltgemeinschaft gegen Nordkorea. "Das Regime in Pjöngjang treibt sein völkerrechtswidriges Raketen- und Nuklearprogramm weiter voran", kritisierte Merkel am Donnerstag beim Empfang für das diplomatische Korps in Meseberg. "Der jüngste Test ist eine weitere Provokation und eine ernsthafte Bedrohung des Friedens in der Region und weit darüber hinaus", sagte die Kanzlerin. Nordkorea hatte vergangene Woche eine Langstreckenrakete getestet, die auch die USA erreichen kann. Das "aggressive Verhalten" Nordkoreas bereite vielen Staaten große Sorgen. "Die internationale Gemeinschaft hat die Pflicht, fest zusammenzustehen und den Druck auf Nordkorea zu erhöhen", forderte Merkel.

US-Präsident Donald Trump hat sich wiederholt unzufrieden mit China Einsatz gegen Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm gezeigt und China unter Hinweis auf gestiegenen Handel zwischen den beiden asiatischen Nachbarn mangelnde Zusammenarbeit vorgeworfen. Nach chinesischen Angaben vom Donnerstag weitete sich der Handel mit Nordkorea im ersten Halbjahr um 10,5 Prozent auf 2,55 Milliarden Dollar aus. Wenige Stunden später sagte Trump in Paris, Chinas Präsident Xi Jinping könnte vermutlich mehr tun. Am Dienstag hatte sich China Forderungen der USA und Japans verbeten, mehr Druck auf Nordkorea auszuüben.

Nordkorea hat entgegen Auflagen der Vereinten Nationen Raketen getestet, die möglicherweise auch das Territorium der USA erreichen und Atomsprengköpfe tragen können. Das kommunistische Land hat zudem erklärt, einsatzbereite Atomwaffen zu besitzen. Von den USA und der UN verhängte Sanktionen haben die Führung in Pjöngjang nicht von ihrem Kurs abgebracht.

Von

rtr

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