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02.06.2013

18:10 Uhr

Wegen Protestwelle

Syrien erlässt Reisewarnung für die Türkei

Die größte Protestwelle seit einem Jahrzehnt erschüttert derzeit die Türkei. Nun warnt ausgerechnet Syrien seine Bürger vor Reisen in das Nachbarland. Premier Erdogan terrorisiere die eigene Bevölkerung, heißt es.

Demonstration gegen die Regierung von Recep Tayyip Erdogan: Die Polizei agiert mit Tränengas und Wasserwerfern. dpa

Demonstration gegen die Regierung von Recep Tayyip Erdogan: Die Polizei agiert mit Tränengas und Wasserwerfern.

DamaskusVor dem Hintergrund der Protestwelle in der Türkei hat die Regierung im vom Bürgerkrieg zerrissenen Syrien eine Reisewarnung für das Nachbarland verkündet. Damaskus rate allen syrischen Bürgern, Reisen in die Türkei wegen "einer Verschlechterung der Sicherheitslage" in zahlreichen Städten zu vermeiden, hieß es in einer am Sonntag verlesenen Erklärung des Außenministeriums.

Syrien und die Türkei waren einst enge Verbündete. Im Verlauf des syrischen Bürgerkriegs mit mittlerweile zehntausenden Toten stellte sich der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan dann aber gegen Präsident Baschar al-Assad. Die Türkei unterstützt nun offen die Aufständischen und fordert Assads Rücktritt.

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In Ankara gehen die Sicherheitskräfte wieder härter gegen die Demonstranten vor. In Istanbul wird die Stimmung indes friedlicher. Mehr als 1700 Menschen sollen bei den Protesten bislang verhaftet worden sein.

Die Türkei wurde am Wochenende von der größten Protestwelle seit einem Jahrzehnt erschüttert. Syrische Staatsmedien berichteten ausführlich über Demonstrationen und Straßenschlachten in türkischen Städten. Informationsminister Omran al-Sohbi warf der Regierung in Ankara am Samstag vor, die eigene Bevölkerung zu "terrorisieren". Wenn Erdogan auf deren Forderungen nicht gewaltlos reagieren könne, solle er "abtreten", zitierte das Staatsfernsehen den Minister.

Von

afp

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

03.06.2013, 10:11 Uhr

Guter Schachzug von Assad und es muss wie Hohn für Erdokan
klingen. Während Erdokan die Aufständigen in Syrien unterstützt und damit auch Al Kaida,bekämpft er die Anständigen seines Landes mit Gas und Knüppeln Den Kurden kann ich noch mal raten, über die merkwürdige Aussage ihres Führes nachzudenken. Erdokan wird alles wollen nur nicht die Rechte für Kurden, die er von Deutschland für seine Türken einfordert. Daher unterstützt die gemässigten Kräfte in der Türkei natürlich friedlich, weil sonst Erdokan das Militär einsetzt. Die Politiker wie Trittin,Beck,Roth,Westerwelle sind sehr Schweigsam geworden anstatt ihren Freund verbal zu unterstützen. dafür wird er sich vermutlich weiter erkenntlich zeigen.

Account gelöscht!

03.06.2013, 10:49 Uhr

Ich denke wir sollten sofort die Türkischen Rebellen mit Waffen unterstützen und ein Handelsembargo beschliessen. Natürlich müssen die Konten eingefrohren werden und Erdogan zum Rücktritt gezwungen werden...... in letzter Konsequenz natürlich auch mit Nato Truppen und ihrer Verbündeten.

Limes

03.06.2013, 11:03 Uhr

So so,...ich muß schon sagen, daß ich selten eine so derartig naiv geprägte Unwissenheit zu diesem sehr sensiblen Thema mit bekommen habe. Sie scheinen leider nicht im geringsten die Lage in dieser Region richtig verstanden zu haben. Ich kann Ihnen nur empfehlen sich mit der Thematik tiefgründiger auseinander zu setzen. Bezüglich der Kurden sind mittlerweile weitreichende gegenseitige Zugeständnisse hinsichtlich der Beendigung des Konflikts getroffen worden. Und glauben sie mir, Erdoğan hat für die Kurden mehr erreicht, als jeder andere türkische Politiker. Der ehemalige Staatspräsident Turgut Özal stellte damals schon die Weichen zur Konfliktlösung, wurde aber von nationalen Kräften, die sich vehement gegen eine Lösung des Konflikts stemmten, mutmaßlich durch Sabotage ermordet. Die Oppositionsparteien, allen voran die CHP, werfen Erdoğan sogar vor mit der PKK gemeinsame Sache zu machen. Es ist also offensichtlich, welche Kräfte an einer friedlichen Lösung interessiert sind und welche nicht. Zu den aktuellen Krawallen ist allen voran die türkische republikanische Volkspartei verantwörtlich, deren einige Mitglieder sich deswegen von ihrem Vorsitzenden Kemal Kiliclaroglu abwenden. "Torheg", zu Ihnen fällt mir folgendes nur ein. Sie scheinen in der Tat auf dem Mond zu leben. Wäre schon, wenn sie dort für immer bleiben würden.

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