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22.03.2011

13:16 Uhr

Wegen Vergewaltigung

Israels Ex-Präsident Katsav muss ins Gefängnis

Zwei Vergewaltigungen sind dem früheren Staatspräsidenten zum Verhängnis geworden: Ein israelisches Gericht hat am Dienstag Mosche Katzav zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Die Tatsache, dass Katsav die Straftaten während seiner Amtszeit verübt habe, sei ein Grund für eine härtere Bestrafung. Quelle: dapd

Die Tatsache, dass Katsav die Straftaten während seiner Amtszeit verübt habe, sei ein Grund für eine härtere Bestrafung.

JerusalemWegen Vergewaltigung muss der frühere israelische Präsident Mosche Katzav für sieben Jahre ins Gefängnis. Katzav müsse wie ein gewöhnlicher Bürger bestraft werden, erklärten die drei Richter in Tel Aviv bei der Bekanntgabe des Strafmaßes. Der Ex-Präsident war der Vergewaltigung einer ehemaligen Mitarbeiterin und des sexuellen Missbrauchs zweier weiterer Angestellten schuldig befunden worden. Der aufsehenerregende Skandal zwang den Likud-Politiker 2007 nach siebenjähriger Amtszeit zum Rücktritt. Katzav bestritt am Dienstag erneut alle Vorwürfe. Seine Anwälte kündigten Berufung an.

Der Verurteilte nahm das Strafmaß Medienberichten zufolge unter Tränen auf. „Die Frauen haben gelogen“, habe er den Richtern zugerufen. Es sei ein Unrechtsurteil, der Lüge sei zum Triumph verholfen worden. Anschließend wurde er von Familienmitgliedern und Leibwächtern aus dem Gerichtsaal gebracht. Am 8. Mai soll der 65-jährige seine Strafe antreten.

Er war bereits im Dezember schuldig gesprochen worden. Die Richter warfen ihm damals vor, seine gesamte Verteidigung auf Lügen aufgebaut zu haben.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem Tag der Trauer und Schande. Das Gericht habe aber klargemacht, das niemand über dem Gesetz stehe. Eine israelische Zeitung bezeichnete die Verurteilung als Erdbeben. Frauenrechtsgruppen begrüßten das Strafmaß. Sie beklagen seit langem, dass es im Land eine zu laxe Einstellung zu sexueller Belästigung gebe.

Von

rtr

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