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19.12.2016

13:28 Uhr

Weihnachten in der Türkei

Streit um Fest der Liebe beigelegt

Das angebliche Weihnachtsverbot an einer türkischen Schule sorgte deutschlandweit für Aufsehen. Die Schulleitung dementiert allerdings, dass es ein solches Verbot gibt. Das Fest soll im Unterricht behandelt werden.

Diese E-Mail an das Kollegium der deutschen Schule Istanbul Lisesi sorgte für deutschlandweite Empörung. Die Schulleitung dementiert aber, dass es ein Weihnachtsverbot gibt. dpa

Mitteilung türkische Schulleitung

Diese E-Mail an das Kollegium der deutschen Schule Istanbul Lisesi sorgte für deutschlandweite Empörung. Die Schulleitung dementiert aber, dass es ein Weihnachtsverbot gibt.

IstanbulIm Streit um Weihnachten an der deutsch-türkischen Elite-Schule Istanbul Lisesi kann das christliche Fest nun doch im Unterricht behandelt werden. „Nach gemeinsamer Sitzung zwischen der türkischen Schulleitung und der Leitung der Deutschen Abteilung kann ich Ihnen mitteilen, dass kein Verbot „Weihnachten“ im Unterricht zu besprechen vorliegt“, hieß es am Montag in einer E-Mail der deutschen Abteilungsleitung an die deutschen Lehrer, die der dpa vorliegt.

Am vergangenen Dienstag hatte die Leitung der Deutschen Abteilung am Istanbul Lisesi noch an die deutschen Lehrer geschrieben: „Es gilt nach Mitteilung durch die türkische Schulleitung eben, dass ab sofort nichts mehr über Weihnachtsbräuche und über das christliche Fest im Unterricht mitgeteilt, erarbeitet sowie gesungen wird.“

Die türkische Schulleitung hatte am Sonntag dementiert, dass es ein Weihnachtsverbot gebe. Am Istanbul Lisesi arbeiten 35 deutsche Lehrer, die aus Deutschland entsandt und bezahlt werden.

Ein prominenter Abgeordneter der Regierungspartei AKP hatte den deutschen Lehrern zuvor „Missionierung“ vorgeworfen. „Missionierung in staatlichen Schulen kann nicht erlaubt werden“, teilte der Vorsitzende der Verfassungskommission im Parlament, Mustafa Sentop, am Montag auf Twitter mit. „Die Deutschen, die in ihren eigenen Schulen nicht erlauben, muslimischen Kindern türkischer Staatsangehörigkeit Religionsunterricht zu geben, sollen in der Türkei auch noch Missionierung betreiben.“

Sentop schrieb weiter: „Sobald diejenigen ermahnt werden, die muslimische Schüler in staatlichen Schulen in der Türkei protestantische Gebetslieder singen lassen, die nichts mit dem Lehrplan zu tun haben, regt sich Deutschland auf.“ Er fügte hinzu: „Reißt euch zusammen. Das hier ist die Türkei. In einer Staatsschule kann die religiöse/politische Propaganda des deutschen Staates gegenüber Kindern dieses Landes nicht gestattet werden.“

Der Abgeordnete aus Istanbul kritisierte: „Geht es um den Islam, ist die „laizistische Bildung“ wichtig. Wenn es um das Christentum geht, denkt man nicht an Laizismus oder dergleichen. Dann heißt es Kulturaustausch.“ Am Istanbul Lisesi arbeiten 35 deutsche Lehrer, die aus Deutschland entsandt und bezahlt werden.

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dpa

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